Qualität hat jetzt schon Priorität
09.02.2012 - HEPPENHEIM
Von Karl M. Wirthwein
VERKEHRSNETZ Neue Ausschreibung steht 2014 an / Billiganbieter werden keine Chance haben
Im Jahre 2014 läuft die Kooperation mit dem Busverkehr RheinNeckar (BRN) aus, dann muss das Wormser „Linienbündel“ laut gesetzlicher Vorgabe der Europäischen Union EU-weit neu ausgeschrieben werden. Deshalb informierte Karl-Heinz Adelfinger, Geschäftsführer der städtischen Verkehrs GmbH, über den aktuellen Stand der Ausschreibung und über mögliche Verbesserungen bezüglich der Anbindung und des Verkehrsnetzes nach Heppenheim.
Verspätungen in Echtzeit auf Hinweistafeln
Zurzeit erstellt der städtische Verkehrsbetrieb ein Leistungsverzeichnis, worin klar definiert ist, welche Dienstleistungen zu erfüllen sind. „Die Qualität wird jetzt schon festgeschrieben“, unterstrich er. Die Verkehrsanbindung wird hauptsächlich von Schülern und Senioren benutzt, weshalb sowohl optimale Verbindungen an die weiterführenden Schulen als auch barrierefreie Ein- und Ausstiege in die Planungen mit einbezogen werden.
Ein wenig Zukunftsmusik lässt Adelfinger dabei einfließen. So wäre es irgendwann sogar möglich, elektronische Hinweistafeln zu installieren, auf denen Verspätungen in Echtzeit angezeigt werden können. Ferner könnte sich der Kunde per Internet über den aktuellen Busverkehr informieren.
Zukunftsmusik zwar, aber eines ist Fakt: Der öffentliche Personentransport soll gesichert sein. „Billiganbieter mit Lohndumpingpreisen werden bei der Ausschreibung keine Chance haben; es wird gute Arbeit für gutes Geld vergeben“, betonte der Geschäftsführer.
Was den Fahrplan betrifft, scheinen die Heppenheimer schon jetzt ganz zufrieden zu sein. Zurzeit binden zwei Linien den Vorort an, die an Werktagen halbstündlich durch Heppenheim fahren. Da wäre zum einen die Linie 403, die ab der Ortsmitte nach Worms zurückfährt; zum anderen die Linie 451, die nach Grünstadt fährt. Bei der Grünstädter Linie hat es im Dezember des letzten Jahres bereits einen Wechsel gegeben. Statt dem BRN sorgt jetzt die Verkehrsbetriebe Leininger Land (kurz VLL) für den Personentransport.
Auch wenn die Heppenheimer in ihren Anliegen bescheiden sind, wünschen sie sich dennoch eines: die direkte Anbindung an das Klinikum, ohne in der Stadt umsteigen zu müssen. Daran arbeitet Adelfinger mit seinem Team ebenso. Möglich wäre, eine Linie über Pfeddersheim und Leiselheim einzurichten. Diese soll dann auch weiter zum Hauptfriedhof führen. Das wurde auch schon in anderen Orten angeregt.
Eisbachtalgemeinden mit in Planung einbeziehen
Doch Extra-Linien kosten natürlich Extra-Geld. Deshalb schlug Ortsvorsteher Karl-Otto Fischer vor, die umliegenden Eisbachtalgemeinden in diese Planung mit einzubeziehen. Zeit für die Formulierung möglicher Wünsche gibt es noch bis Mitte des Jahres. Gegen Ende des Jahres 2012 wird das Konzept dem Stadtrat vorgelegt, ehe es gleich im nächsten Jahr im Amtsblatt der EU veröffentlicht wird.
