Von Martin Recktenwald
Miniaturwelt der N-Bahn-Freunde
"Das ist wie ein Aufstieg in die Champions-League", freut sich Benno Sahre, Vorsitzender der N-Bahn Freunde, auf die "Intermodellbau" in Dortmund. Die größte Modellbaumesse Europas hat die Wormser eingeladen, ihre Anlage den voraussichtlich 100000 Besuchern zu präsentieren.
Knapp fünf Jahre besteht der Verein N-Bahn Freunde Worms - wie hat er es geschafft, sich in dieser Zeit in der Modellbauszene einen Namen zu machen, der über die Region hinaus bekannt ist? "Wir ergänzen uns gegenseitig mit unseren Fähigkeiten. Der eine kann gut Landschaften bauen, der andere kennt sich mit Computertechnik aus", glaubt Sahre das Erfolgsgeheimnis zu kennen. Mit diesem Mannschaftsgeist ist es ihnen gelungen, eine Anlage zu bauen, die mit einer Menge einzigartiger Effekte aufwarten kann. Da blitzt und donnert es über einer rheinhessischen Altstadtszenerie. Zunächst hört man langsam Regen tröpfeln, aus der Ferne klingt Donnerhall heran. Urplötzlich zerreißt ein Blitz aus einer Stroboskoplampe, wie sie in Diskotheken verwendet wird, das Bild. Die Szene wirkt überzeugend realistisch - alles ist lediglich etwas kleiner als im Original. "Nur auf Regenwasser wurde verzichtet. Das ist dann doch mit den Modellen zu riskant", kommentiert der Vorsitzende die Schöpfung seines Vereinskameraden Hasso Pfeiffelmann. Liebe zum Detail bewiesen die Bastler auch beim Nachbau des Backfischfestes. Jede Schaubude, der Autoscooter, ja sogar die einzelnen Stände im Weinzelt stimmen mit der Wirklichkeit überein. "Vor dem Aufbau des Festes sind wir mit den Kameras losgezogen und haben möglichst viele Kleinigkeiten dokumentiert", erklärt Sahre, wie das Projekt begann. Anschließend wurde alles exakt im Kleinen nachgebasteltet. Die Krönung: Sogar das traditionelle Feuerwerk findet sich mit Farbe und Klang im Model wieder. "Ich hoffe nur, dass unsere Standnachbarn in Dortmund sich nicht von den vielen Toneffekten gestört fühlen", scherzt Sahre. Doch es gibt auf der Anlage bewusst auch ruhigere Abschnitte, bei denen das Augenmerk stärker auf dem Landschaftsbau liegt. "Das hier ist der Pfeddersheimer Bahnhof, genauso wie er vor etwa 20 Jahren aussah", deutet der N-Bahn Freund stolz auf ein weiteres Modul. Ziel sei es, in den kommenden Jahren möglichst viel von Worms und dem Umland im Modell abzubilden. Dazu benötige man allerdings noch einen geeignet großen Lagerraum, nach dem der Verein gerade Ausschau halte. Landschaft ist eine Sache, doch damit überall Signallichter blinken, Schranken schließen und natürlich die Züge fahren, braucht es noch mehr. Hier setzten die N-Bahn- Freunde von Anfang an auf Computersteuerung. "Jede Lampe und jeder Zug kann über ein Codesignal direkt angesteuert werden und es kann ihnen ein Verhalten einprogrammiert werden", erläutert Sahre am digitalen Schaltplan. So vorbereitet sind die N-Bahn Freunde zuversichtlich, auch das Fachpublikum in Dortmund vom 16. bis 20. April überzeugen zu können.
