Sonntag, 12. Februar 2012 05:44 Uhr
URL: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/4776614.htm

Wormser Zeitung

 

"Ich bin dankbar für alle, die Flagge zeigen"

14.03.2008

Von Julia Beier

Aktionstag von Ausländerbeirat und Stadt zum Thema Rassismus/Umfrage zu Fremdenhass

"Wir sind in Worms international", begrüßte Carlo Riva, Vorsitzender des Ausländerbeirates, seine zahlreichen jugendlichen und erwachsenen Gäste im KW-Kino und war wie alle Anwesenden gespannt auf den Film "Yasmin", der zum Internationalen Tag des Rassismus gezeigt wurde. Inhalt: Eine junge Frau steigt aus dem Auto, zieht sich heimlich ihr Kopftuch ab und schlüpft in europäische Kleidung. Das macht sie jeden Tag, wenn sie zur Arbeit fährt und wieder nach Hause kommt. Und genauso sieht auch die Welt der pakistanischen Immigrantin Yasmin in England aus: Sie lebt zwischen zwei Kulturen, ohne sich für eine wirklich entscheiden zu müssen - und sie hat damit keine Probleme. Bis zum 11. September 2001, als viele Muslime plötzlich und ohne Grund des Terrors verdächtigt werden. Als britische Soldaten Yasmins Haus durchsuchen und verwüsten, sie und ihre Familie bedrohen und die junge Frau grundlos festgenommen wird, wendet sie sich von der europäischen Kultur, die ihr einst so frei vorkam, ab und versucht, ihre Wurzeln im Islam zu finden. Der Ausländerbeirat und die Stadt Worms haben es mit diesem Aktionstag gegen Rassismus geschafft, dass Wormser mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen gemeinsam das schwierige Thema "Rassismus" angehen und diskutieren. Deshalb galt auch Rivas besonderer Dank allen Organisatoren der Filmvorführung. "Ich bin dankbar, dass es noch Männer und Frauen gibt, die Flagge zeigen", so der Vorsitzende des Ausländerbeirats. Es sei unbedingt nötig über Themen zu reden, die einem nicht passten, und gemeinsam daran zu arbeiten, dass alle Wormser sich in ihrer Stadt wohl fühlen können. Kulturbeauftragter Volker Gallé rief zum "kreativen Dialog aller Kulturen" auf, wie es auch schon in der 2007 verabschiedeten Resolution gegen Rechtsextremismus von der Stadt Worms gefordert wird. "Man muss auch die dunklen Flecken der Geschichte wahrnehmen", so Gallé und lud zum Rundgang durch Worms und seine Vergangenheit ein: So seien etwa nach dem Scheitern der Revolution im 19. Jahrhundert die noch jungen Menschenrechte wieder mit Füßen getreten worden und der Rassismus habe sich langsam eingeschlichen.


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