Von Susanne Müller
Freundeskreis ermöglicht neues 70000-Euro-Gehege im Tiergarten
Groß war der Auftrieb im Tiergarten, als sich Politik, Förderer und Bürger eingefunden hatten, um die neue Erdmännchen-Anlage einzuweihen. Die, um die es ging, hatten ihr Revier schon vor Tagen in Beschlag nehmen dürfen - und dementsprechend "cool" gaben sich die wendigen Schleichkatzen angesichts der vielen Menschen, die sich um sie scharten und Äußerungen taten wie "süüüß" oder ihre Kameras klicken ließen. Vier der eigentlich in Afrika beheimateten Tiere leben nun auf der neuen, rund 200 Quadratmeter großen Anlage, die ihrer heimischen Lebenswelt, der Savanne, nachempfunden ist mit Steinen als felsige Landschaft - nur das Schlafhäuschen und Heizstrahler erinnern daran, dass die Tiere in einem Zoo und für sie ungewohnten anderen Breitengraden leben. Der Blick auf das Areal ist ungehindert möglich, statt hinter Zäunen leben die knuffigen Männchen hinter Glas. "Eigentlich waren es ja fünf", erläuterte der stellvertretende Tiergartenleiter Dieter Wagner, "aber ein Weibchen ließ sich nicht integrieren, wir haben es abgegeben an einen anderen Zoo". Die tierische, von ihren Artgenossen nicht akzeptierte Single-Frau lebt nun in Ueckermünde, die beiden Wormser Pärchen stammen aus Köln und Stuttgart. Bürgermeister Georg Büttler nannte den Tag der Gehege-Einweihung den "Tag des Freundschaftskreises". Die Anlage wurde allein durch Sponsoren ermöglicht, durch stetes "Betteln" bei Firmen und anderen Unterstützern war es Vorsitzendem Achim Herb gelungen, 70 000 Euro zu sammeln für das Erdmännchen-Gehege. Und nicht nur das. Der rührige ehemalige Sparkassen-Vorstand erwies sich bei der Suche nach Sponsoren auch als Mann, der gute Erinnerungen hat. Die nämlich, dass im Keller des Kreditinstituts immer noch Scheiben lagern, die dereinst im Hauptgebäude - bruch- und kugelsicher - die Angestellten an den Schaltern schützten gegen unerwünschte Übergriffe. Und diese Scheiben schützen nun im Tiergarten die Erdmännchen eben gegen solche... Dieter Haag, Geschäftsführer der Freizeitbetriebe, dankte Herb für diese guten Ideen und allen anderen engagiert Tätigen des Freundschaftskreises und verwies darauf, dass der Tiergarten durch die Erdmännchenanlage dem im Leitbild festgehaltenen Bereich Afrika, der bis jetzt nur durch die Paviane vertreten war, stetig näher- komme. "Hervorragende Besucherzahlen geben uns recht, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden." Er freue sich, dass dem Tiergarten mit dem Partner Freundeskreis ein so aktiver Freund an die Seite gestellt sei: "Nur gemeinsam können wir den Tiergarten weiter voranbringen", betonte er.
