"Politisches Signal" für Turngemeinde Worms - Hauptausschuss sagt Unterstützung zu
20.01.2011 - WORMS
Von Susanne Müller
1,2 Millionen Euro soll sie kosten, die neue Halle der Turngemeinde, die zum Jahresende 2011 raus muss aus der Jahnturnhalle, die der Verein verkauft hat. Die Finanzierung steht noch in den Sternen, die grundsätzliche Förderwürdigkeit des Neubaus ist jedoch geklärt, Land und Stadt wollen helfen, Zuschüsse zahlen.
Diesen Wünschen stehen bislang noch keine konkreten Zusagen gegenüber. Das Land hat seinen „Anteil“ von 40 Prozent der Investitionskosten noch nicht in trockene Tücher gepackt, die Stadt darf nicht, was sie gerne möchte. Einer Unterstützung des Vereins in Höhe von 220.000 Euro steht der defizitäre Haushalt der Stadt gegenüber. Die kommunale Aufsichtsbehörde in Trier hat ein Auge darauf, dass Kommunen mit einem Kassen-Minus nur noch Pflichtaufgaben finanzieren.
Dennoch haben sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses nun auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, dem Verein unter die Arme zu greifen. „Damit hat das Gremium ein politisches Signal gegeben, dass sich die Stadt beteiligen will“, verdeutlichte OB Michael Kissel den Sinn des Beschlusses, der zunächst keine konkreten Auswirkungen hat. Er wolle in nächster Zeit nochmals das Gespräch suchen mit dem Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, so Kissel, um doch noch zu erreichen, dass die Stadt die sechsstellige Summe locker machen darf für den Verein: „Ich denke es besteht gute Aussicht auf eine Ausnahmeregelung“.
Kissel: "Erheblicher Handlungsdruck"
Denn er sei sich mit den Mitgliedern des Ausschusses einig gewesen, dass die TGW viel anbiete und wichtig sei für das Leben in der Stadt. Rund 2.800 Mitglieder hat der Verein, sie können wählen aus einer „breiten Palette breitensportlicher Angebote“, so Kissel. Gedacht werde dabei auch an Senioren oder Mütter mit Kindern.
Es bestehe daher für den Verein „erheblichen Handlungsdruck“, so der OB, da das Mietverhältnis in der verkauften Jahnturnhalle zum Jahresende auslaufe und vor allem auch deswegen, weil es für das vormittags bestehende Sportangebot keine Ausweichmöglichkeiten in städtische Schulsporthallen gebe. „Im Falle einer städtischen Förderung und durch das Land kann der Verein noch 2011 mit dem Bau beginnen“. Die neue Halle soll entstehen auf dem Gelände der Jahnwiese, das Gelände soll dem Verein mietfrei überlassen werden für eine Laufzeit von 25 Jahren mit einer „kalkulatorischen Miete“, so beschloss der Ausschuss. Das Votum des Ausschusses wird dem Stadtrat zu seiner Sitzung am 2. Februar zu Entscheidung vorgelegt.
