Wormser Backfischfest zu Ende: Veranstalter und Polizei sind zufrieden
07.09.2010 - WORMS
Von Roland Keth
Der Wonnegauer Weinkeller ist geschlossen, die Schausteller bauen ab und ziehen weiter, das neun Tage dauernde Backfischfest ging mit dem großen Feuerwerk am Sonntagabend zu Ende. „Das erste Wochenende ist zwar noch nicht so gut angelaufen. Danach jedoch kamen die Besucher, und das Abschlusswochenende war dann richtig prima“, zog Toni Bauer, Schriftführer beim Schausteller-Verband Worms-Wonnegau, ein positives Fazit.
Als verbesserungswürdig bezeichnete er allerdings den neu gestalteten Eingangsbereich. Insbesondere der kleine „Teich“ unterhalb der B9-Brücke ist aus seiner Sicht keineswegs zum erhofften Blickfang geworden. Im Gegenteil: „Im Wasser landeten jede Menge Müll und viele Scherben, das war kein schöner Anblick.“ Auf die abgehängte Budenstraße am Eingang der alten B9 sollte man in Zukunft besser ganz verzichten, regt Toni Bauer an. „Die dort stehenden Kollegen konnten einem leid tun. Einige haben noch nicht einmal die Platzgebühr reinbekommen“, hat er sich erzählen lassen. Der Verbandsvertreter bittet die Stadt eindringlich, die Platzbefestigung und -entwässerung zu überprüfen. Denn unter dem Starkregen am Freitag vor der Eröffnung, als das Wasser fast in die Wohnwagen gelaufen wäre, hätten doch viele Schausteller sehr zu leiden gehabt.
Auch die Polizei zieht eine positive Bilanz
Was das Thema Sicherheit und Alkohol angeht, waren Polizeichefin Tina Horn und Dezernent Hans-Joachim Kosubek rundum zufrieden. „Wir haben durchgehend starke Präsenz gezeigt, waren an den Wochenenden mit 20 Schutzpolizisten sowie einigen Zivilkräften im Einsatz. Wir haben die richtigen Schwerpunkte gesetzt“, freute sich Tina Horn. Neun Körpverletzungsdelikte (Vorjahr: zwölf), zweimal Widerstand gegen Polizeibeamte, vier Fahrrad- und drei bis gestern gemeldete Taschendiebstähle – für ein Fest dieser Größenordnung sei das eine akzeptable Bilanz, urteilt Tina Horn. Bei der Durchsetzung der Sperrzeit um 2 Uhr hätten alle Betriebe kooperativ mitgearbeitet.
Ein Auge mussten die Beamten allerdings danach noch auf die Gaststätten „Villa Zuversicht“ und „Gießenbrücke“ haben. „Da wurde noch nachgefeiert, zum Glück allerdings weitgehend friedlich.“ Nur einmal hätten ihre Leute Probleme mit sich widersetzenden Besuchern gehabt. Bewährt habe es sich zudem, potenzielle Randalierer, die schon bei anderen Festen unrühmlich aufgefallen waren, im Vorfeld gezielt anzusprechen und einzunorden.
Das Sicherheitskonzept hat sich bewährt
„Wir werden uns in den nächsten Tagen mit der Polizei zusammensetzen und alles noch einmal durchdiskutieren. Aber schon jetzt kann man sagen: es war ein ausgesprochen friedliches Backfischfest“, stimmte Hans-Joachim Kosubek Tina Horns Einschätzung zu. Positiv überrascht habe ihn, dass sich Besucher bei den mit Polizei und städtischem Vollzugsdienst gemischt besetzten Streifen anstandslos in die Rucksäcke schauen ließen. „Die Leute ließen sich auch anstandslos Alkohol abnehmen. Es hat sich offenbar rumgesprochen, dass wir kontrollieren. Und alle haben es akzeptiert“, freute sich der Beigeordnete. Das Sicherheitskonzept habe sich bewährt und werde nächstes Jahr fortgesetzt, kündigte er an. Nachdenken müsse man über die Budenstraße. „Da werden wir alle Fakten sammeln und prüfen.“ Inständig hofft Kosubek, dass bis nächstes Jahr die Fußgängerbrücke an der Nibelungenschule fertig ist und keiner mehr über die Sperrzäune an der B9 klettern muss. „Gottlob ist nichts passiert. Aber das war schon sträflich leichtsinnig, wie sich hier einige Festbesucher verhalten haben.“
