Wormser Elo-Turnhalle: Elternbeirat widerspricht FDP - "Vorwurf in Mund gelegt"
04.09.2010 - WORMS
Von Johannes Götzen
Der Elternbeirat des Elo-Gymnasiums hat sich von den Aussagen FDP zur Schulturnhalle gegenüber OB Michael Kissel distanziert, teilt die Stadt mit. Die FDP hatte in dieser Woche mitgeteilt, dass Elo-Schuleitung und Mitglieder des Elternbeirates in der Fraktion zu Gast gewesen seien. In der Pressemitteilung hieß es wörtlich:„Zwar zeigte der Schulelternbeirat Verständnis für die schlechte finanzielle Lage der Stadt, kann aber nicht verstehen, wie für Prestigeprojekte wie Nibelungenmuseum oder KuTaZ Unsummen von Geld vorhanden ist, für Schule und Bildung aber nicht.“
Nachdem sich OB Michael Kissel irritiert an die Vorsitzende des Elternbeirates, Dr. Christiane Brehm, gewandt hatte, habe diese ihm jetzt geschrieben:„Die Äußerungen zu dem Konflikt Kultur–Bildung wurden von dem SEB (Schulelternbeirat, Anm. d. Red.) noch nie – auch nicht in Gesprächen mit Ihnen – als Argument in die Diskussion geworfen. Dieser Vorwurf wurde von der FDP selbst geäußert und uns in den Mund gelegt – im Rahmen des Presseartikels. Davon möchten wir uns offiziell distanzieren, da uns eine solche Diskussion nicht weiter bringt.“
OB irritiert: Gespräche bislang konstruktiv
Auch in der Sache selbst widerspricht der Elternbeirat der Darstellung der FDP. In deren Pressemitteilung hieß es: „Den Vorschlag der Stadt, eine gemeinsame Halle für das ehemalige Mädchengymnasium und die Westend-Realschule in der Carl-Villinger-Straße zu errichten, hält aber keiner der Gesprächsteilnehmer für eine ernsthafte Alternative, da aufgrund des langen Fußwegs schon ein großer Teil einer Sport-Doppelstunde wegfiele.“
OB Kissel zeigte sich irritiert, „zumal die bisherigen, sehr konstruktiven Gespräche zwischen Stadt und Elternbeirat auch alternative Lösungen beinhalteten.“ Ein vom Schulelternbeirat selbst beauftragter externer Facharchitekt und Sportstättenfachberater habe das von der Verwaltung vorgelegte Konzept als „großzügig und überzeugend“ bewertet und dem Schulelternbeirat empfohlen, das Konzept weiter zu verfolgen und zu forcieren. Die von Kissel vorgeschlagene Kompromisslösung:Eine eineinhalbgliedrige Sporthalle in der Brucknerstraße, eine große Sporthalle plus Außensportanlage für das Elo und die Westend-Realschule in der Carl-Villinger-Straße mit Bustransfer.
Und den bezeichnet Elternsprecherin Brehm, die grundsätzlich wie auch die Schulleitung den Standort Brucknerstraße aus pädagogischen Gründen für das Elo für richtig hält, in einer Mail an OB Kissel als eine „eine konzeptionell nachvollziehbare, zukunftsorientierte Lösung, die neben guten sportlichen Möglichkeiten für beide Schulen, den Dauerstreit ,Nutzung des Stadions durch die Schulen’ beenden würde.“ Sie fügt hinzu: „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir den begonnenen – auch von unserer Seite äußerst konstruktiv empfundenen – Dialog zwischen der Verwaltung und dem SEB/Schulleitung Elo in diesem Sinne weiterführen könnten“.
