Von Roland Keth
AKSYS Restrukturierung des Autozuliefers nach Verkauf an spanische Firma abgeschlossen / Insolvenzverwalter Hoefer zufrieden
Insolvenzverwalter Tobias Hoefer (Mannheim) hat zum 1. Juli 2010 das Werk Peine des Geschäftsbereichs Kunstoffe der AKsys GmbH an die FPK (integriert in BATZ lightweight technologies) verkauft. Das Unternehmen gehört zur international tätigen Mondragon-Gruppe.
Bereits im April hatte Mondragon den von der AKsys-Gruppe gehaltenen 50-Prozent-Joint-Venture-Anteil an der spanischen FPK S.A. gekauft. Durch den Verkauf bleiben in Peine mehr als 100 Arbeitsplätze erhalten.
„Mit dem Verkauf des Werkes in Peine haben wir die Restrukturierung und Sanierung der international tätigen AKsys-Gruppe abgeschlossen“, sagte Hoefer der WZ. Ziel dabei war es von Anfang an, möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu sichern. „Gelungen ist uns dies, indem wir die Gruppe in sinnvolle Einheiten aufgeteilt und in eigenständige Geschäftsbereiche überführt haben“, ergänzte der Insolvenzverwalter. So konnte er unter anderem auch Standorte erhalten, die nach dem Restrukturierungsprogramm der AKsys vor dem Insolvenzantrag geschlossen werden sollten.
„AKsys ist ein gutes Beispiel dafür, dass die sinnvolle Entflechtung einer Unternehmensgruppe in der Insolvenz für alle Beteiligten Vorteile bringen kann“, urteilt Hoefer. Die einzelnen Geschäftsbereiche könnten sich nun auf ihr Kern-geschäft konzentrieren und seien mit dem jeweiligen neuen Investor gut im Markt positioniert. Das sichere Standorte und Arbeitsplätze.
Insgesamt konnte der Insolvenzverwalter in den drei Geschäftsbereichen Kunststoffe, Isolation und Entdröhnung der ehemaligen AKsys weltweit rund 1 900 Arbeitsplätze und acht Standorte in Deutschland sowie die Standorte in den USA, Spanien, Polen und Mexiko erhalten.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Standorts in Peine seien allerdings ähnlich wie seinerzeit in Worms (wir berichteten) „Personalmaßnahmen“ unvermeidbar gewesen. Zwölf Mitarbeiter aus dem Werk hätten, so Hoefer, das Angebot erhalten, in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) zu wechseln. In der BQG werden die Mitarbeiter auf neue berufliche Herausforderungen vorbereitet. Die Mehrheit der Mitarbeiter habe das Angebot angenommen. Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf bereits zugestimmt. Hoefer hatte den Geschäftsbetrieb der AKsys-Gruppe insgesamt 14 Monate in der Insolvenz fortgeführt und in dieser Zeit zusammen mit seinem Team die Standorte erfolgreich saniert, wieder zukunftsfähig aufgestellt und damit die notwendigen Voraussetzungen für den Verkauf geschaffen. Dazu zählt auch, dass nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September 2009 der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang weitergeführt werden konnte.
Für den Verkauf der Standorte hatte der Insolvenzverwalter in Zusammenarbeit mit der renommierten Investmentbank Metzler Corporate Finance einen international ausgerichteten Investorenprozess aufgesetzt, der erfolgreich verlief. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das erfolgreiche Ergebnis war, dass von Prozessbeginn an auch die nun umgesetzte Entflechtung der AKsys-Gruppe durch den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche und Werke an den jeweils besten strategischen Investor geprüft wurde.
