Zu wenig Bier und Krimskrams - Zwischenbilanz des Wormser Pfingstmarktes
26.05.2010 - Worms
Von Sylvia Rathjen
Seit Pfingstsamstag und noch bis zum kommenden Sonntag will der Pfingstmarkt unter neuer Organisation die Besucher auf den Festplatz locken. Zeit für eine Zwischenbilanz.
Martin Stoltenberg stellt fest: „Es gibt wenig Verbesserungen, aber auch keine Verschlechterungen“, meint der Westhofener. „Die Ausstellung ist eigentlich wie immer, da hätte ich mir mehr Kleinigkeiten für die Besucher gewünscht.“ Kleine Dinge für den Haushalt, Küchenhelfer oder Blumengestecke ¬– solche Sachen hat Stoltenberg auf dem Pfingstmarkt nicht finden können. Äußerst schade findet der langjährige Pfingstmarktbesucher, dass es in diesem Jahr keine Händlermeile gibt. „Dieses Angebot fehlt, das finde ich schmerzlich für den Pfingstmarkt.“
Kleinigkeiten für Küche und Haushalt fehlen
„Schlechter und kleiner“ – so lautet das Fazit von Manfred Schumacher. „Es gibt viel weniger Aussteller als früher. Besonders schade ist, dass es die Marktstrecke nicht gibt.“ Gleicher Meinung ist auch Klaus Kissinger. „Das gehörte doch einfach dazu“, meint der 64-Jährige. Ob Ledergürtel oder Süßigkeiten – irgendeine Kleinigkeit habe man hier immer finden können. „Und die Marktschreier haben zusätzlich eine besondere Atmosphäre geschaffen.“
Rein optisch findet Kissinger den Pfingstmarkt unter neuer Leitung sehr schön. „Die Atmosphäre in den Hallen ist nicht schlecht und die Gestaltung des Rummels ist sehr schön.“ Beim Angebot lasse die Verbrauchermesse noch einige Wünsche offen: „Mir fehlen Kleinigkeiten für Küche und Haushalt, also jene Stände, an denen man als Besucher auch mal etwas mitnehmen darf.“ Das Angebot dürfe weniger auf die Häuslebauer spezialisiert sein. „Mir scheint, der Pfingstmarkt richtet sich vor allem an Menschen, die gerade ein Haus bauen oder renovieren wollen.“
"Die Leute haben den Pfingstmarkt abgeschrieben"
Schade sei zudem, dass es in diesem Jahr keinen Bierstand auf der „Durchlaufstrecke“ gebe. „Ich will mich ja nicht stundenlang an einen Bierstand auf dem Rummelplatz stellen, sondern während des Rundgangs mal ein frisch gezapftes Bier an einer kleinen Theke trinken.“ Ein Bierstand und ein bisschen Musik, das fehle einfach. „Ich hoffe, dass da für den nächsten Pfingstmarkt wieder eine Brauerei gefunden wird.“
„Kleine Verkaufsstände zum Bummeln“ vermisst ein Ehepaar aus Monsheim auf dem neuen Pfingstmarkt. Einen weiteren Kritikpunkt hat zudem Martin Stoltenberg anzubringen: „Die Park-raumbschilderung ist schlecht gelöst. Vor allem für die Besucher, die von der hessischen Seite kommen, ist die Anfahrt nicht deutlich ausgeschildert.“ Begeistert ist hingegen Giustina Piccoli. Die Ludwigshafenerin kommt schon viele Jahre zum Pfingstmarkt, aber auch zum Backfischfest und ist zufrieden: „Die Ausstellung hat mir gut gefallen und auch die Auswahl der Fahrgeschäfte finde ich okay.“
Die „blöde Aufteilung der Zelte“ missfällt Heinz Holl. „Früher konnte man einfach von einem Zelt ins nächste laufen. Jetzt muss man von einem Ausgang zum nächsten. Das Angebot ist leider auch schlechter als früher.“ Ehefrau Jutta Holl vermutet: „Seitdem letztes Jahr Eintritt verlangt wurde, ist das Image der Messe kaputt gegangen. Die Leute haben den Pfingstmarkt abgeschrieben.“
