Hundeerziehungsberater aus Worms schult griechische Tierfreunde
14.05.2010 - WORMS
Von Angela Zimmermann
Wo Holger Schüler auftaucht, werden auch die wildesten Vierbeiner zahm. Der Hundeerziehungsberater versteht den Umgang mit dem „besten Freund des Menschen“ wie kaum ein anderer. Sein Ruf führt ihn nun auch nach Griechenland - wo man nicht nur mit dem Euro kämpft, sondern ganz ähnlich wie in Spanien oder Italien viele Straßenhunde Sorgen bereiten. Der Tierschutzförderungsverein „Hellas friends“ aus Stuttgart brachte jetzt eine Delegation aus Griechenland nach Deutschland und eben auch zu Holger Schüler nach Worms.
„Eigentlich gibt es dort gar keinen richtigen Tierschutz“, weiß Schüler. Deshalb möchte er gerne bei griechischen Tierfreunden Aufklärungsarbeit betreiben. In der Hafenstadt Volos soll nun eine Hundestation errichtet werden, wo einige der Straßenhunde beherbergt werden könnten. Doch bei der großen Zahl an heimatlosen Vierbeinern ist das Problem damit noch nicht aus der Welt. Deshalb sollen griechische Tierfreunde in Deutschland geschult werden. Sie werden sich künftig vor allem der aggressiven Straßenhunde an der Promenade in Volos annehmen und mit den Vierbeinern arbeiten, um sie sozial verträglicher zu machen. Eventuell könnten einige Hunde dann auch vermittelt werden, meint Schüler.
Abordnung aus Griechenland zu Gast
Der Stuttgartet Verein hatte sich also mit dem bekannten Hundeexperten in Verbindung gesetzt, nun war eine Abordnung mit griechischen Gästen zu einem ersten Treffen nach Worms gereist. Die griechischen Tierfreunde, darunter Spyro Bastounis, Vorsitzender des Tierschutzvereins „Der treue Freund“, sollen von Schüler den richtigen Umgang mit den Vierbeinern erlernen. Deshalb hatte Schüler sie zu einem seiner Trainingskurse eingeladen. Und hier ging es gleich richtig zur Sache: Sozial unverträgliche Hunde hatten sich mit ihren Herrchen auf der Bürgerweide eingefunden, um den Umgang mit Artgenossen zu trainieren.
Zunächst sah es nach einem mehr als schwierigen Unterfangen auf. Die Hunde reagierten zum Teil mehr als aggressiv auf ihre Kameraden. Kaum vorstellbar, wie hier ein Kreistraining zustande kommen sollte. Anfangs hatten die Herrchen ihre liebe Not mit den Kläffern, doch nach etwa fünf Minuten herrschte bereits eine himmlische Ruhe. Nur noch selten war wütendes Gebell zu vernehmen. Wichtigste Regel: „Mit lauten Hunden muss man ruhig arbeiten“, verrät Schüler. Und tatsächlich schien seine Strategie aufzugehen. Nach einer Weile klappte es auch mit der nonverbalen Kommunikation.
Griechen von Erlebtem beeindruckt
Doch warum engagiert sich Schüler für griechische Straßenhunde? „Meine Devise lautet, die Arbeit vor Ort ist besonders wichtig“, erklärt er. Deshalb hält er es für sinnvoll, Experten dafür auszubilden. Aber auch er selbst wird Volos besuchen und schauen, wie sich das Projekt entwickelt. Die griechischen Tierfreunde jedenfalls zeigten sich von dem Erleben sehr beeindruckt.
