Sprung über hohe Hürde
11.03.2010 - WORMS
Von Gunther Weigand
ORGEL Landesstiftung stellt 50000 Euro für neues Instrument in Martinskirche bereit
Was lange währt, wird endlich gut: Die Spendenzusage der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur steht schon seit längerem fest, jetzt übergab Geschäftsführer Edmund Elsen den begehrten Scheck an Wolfgang Kaufhold, den Vorsitzenden des Fördervereins, in der Martinskirche. 50000 Euro stellt die Stiftung für die Anschaffung einer neuen Orgel zur Verfügung.
In welch marodem Zustand sich die jetzige Orgel befindet, demonstrierte Organist Daniel Wolf. Manche Töne kommen mit starker Verzögerung, manche erklingen erst gar nicht. "Die Orgel war von Anfang an nur ein Provisorium", erläuterte Wolf und wies auf die Schäden hin, die durch mangelhafte Bauweise und durch die Verwendung minderwertigen Materials immer massiver zutage getreten sind. "Wenn wir ein Auto hätten, würden wir fast schon von einem Totalschaden reden", fasste Daniel Wolf die Situation zusammen.
Elsen verwies darauf, dass OB Michael Kissel sowie die Bundes- und Landtagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD) und Jens Guth (SPD) einen erheblichen Anteil daran hatten, dass die Spendensumme bewilligt wurde. "Insbesondere Jens Guth hat sich in Mainz förmlich die Sohlen abgelaufen", lobte Edmund Elsen. "Es ist eine große Ausnahme, dass für eine neue Orgel ein Zuschuss gewährt wird, aber der Kirchenbau ist es wert, dass hier etwas zum Abschluss gebracht wird", unterstrich Elsen die Bedeutung der Martinskirche als wertvolles Kulturerbe.
Der freudige Anlass wurde durch OB Michael Kissel noch zusätzlich versüßt, denn das Stadtoberhaupt hatte überraschenderweise 5000 Euro aus dem Spendenfonds für soziale und kulturelle Zwecke mitgebracht.
Wolfgang Kaufhold zeigte sich sehr erfreut darüber, dass die schwierigste Hürde auf dem Weg zur neuen Orgel nun endlich übersprungen worden ist. "Wenn man die Situation von vor vier Jahren bedenkt, können wir als Förderverein froh und dankbar sein, dass wir in so kurzer Zeit so weit gekommen sind", verlieh Kaufhold dem Gefühlsstand des mittlerweile 230 Mitglieder umfassenden Fördervereins Ausdruck.
"Die neue Orgel wird einen eigenen Klangcharakter aufweisen, damit sie in Ergänzung mit den anderen Orgeln musikalische Akzente setzen kann", freute sich Probst Engelbert Prieß, während Pfarrer Maximilian Wagner zustimmend nickte. Doch selbst wenn der Einbau abgeschlossen ist, kann sich der Förderverein nicht zurücklehnen, denn schließlich muss das letzte Drittel der Anschaffungskosten auch noch gedeckt werden.
