Von Johannes Götzen
Rund 220 der bislang 280 Arbeitsplätze am Wormser Samas-Standort bleiben erhalten. Das bestätigte Betriebsratsvorsitzender Erich Lell auf Nachfrage der WZ. Rund 40 Stellen müssten bei der zur Samas-Gruppe gehörenden Schärf GmbH gestrichen werden, weitere 20 bei der Samas GmbH. Der schwedische Büromöbelhersteller Kinnarps hat die größten Teile der Samas Deutschland Gruppe erworben. Der Kaufvertrag wurde zwischen Kinnarps und dem Insolvenzverwalter der Samas Deutschland Gruppe, dem Wormser Rechtsanwalt Tim Brauer, am Freitag unterzeichnet, teilte das Unternehmen gestern mit. Das neue Unternehmen firmiert unter „Kinnarps Samas GmbH“, den Vorsitz der Geschäftsführung übernimmt Christian Nawin. Mit dieser Übernahme wird das Familienunternehmen Kinnarps einer der größten Büromöbelhersteller und -einrichter in Europa.
Nachdem nun der Verkaufsvertrag unterzeichnet ist, zeigte sich der Betriebsrat am Montag zuversichtlich. „Aus einer Insolvenz heraus ist eine sehr gute Lösung gefunden worden“, so Lell. Auch Insolvenzverwalter Brauer ist zufrieden mit der in den letzten zehn Wochen verhandelten Vereinbarung: „Trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurde ein für die Branche wichtiges Unternehmen in seinem Kern erhalten, zwei Drittel der deutschlandweit 720 Arbeitsplätze erhalten und für die Gläubiger ein angemessener Kaufpreis erzielt.“
Die Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze behalten, würden mit allen Rechten und Pflichten wie etwa Sozialleistungen übernommen, betonte Betriebsratsvorsitzender Lell. Allerdings müssten sie dabei leichte Lohn- und Gehaltskürzungen akzeptieren. Die rund 60 Mitarbeiter, die nicht übernommen werden, würden ab 1. März in eine Transfergesellschaft wechseln, wo sie bei 80 Prozent ihres bisherigen Lohnes in den nächsten sechs Monate qualifiziert werden sollen.
