Von Susanne Müller
PREMIERE Uraufführungs-Zuschauer begeistert von Nibelungen-Komödie / Lebhafte Diskussion im Park
Acht Minuten lang gab´s Beifall nach der Uraufführung des "Leben des Siegfried". Und zum Ende hin stehend. Das Premienpublikum war am Freitagabend begeistert, das Ensemble gerührt und erleichtert ob der Ovationen nach dem Wagnis, den Nibelungenstoff hinüberzuführen in eine Komödie, die wahrlich mit allerhand Witz, aber auch viel entbehrlichem Klamauk dahergekommen war.
Es gab Männer in Frauenklamotten, einen Tuborg, der als Majestix daherkam, Gernot und Giselher als tuffige Pudel, Krähen, die sich Udo und Jürgens rufen ließen, und eine Brünhild, die zu Seefred sagt: "Junge, komm bald wieder". Das war ja wahrlich keine Tragödie, aber ob es denn aber für eine witzig-doppelbödige Komödie reicht, darüber wurde schon in der Premieren-Pause lebhaft dierkutiert.
Wie immer im stilvoll und stimmungsvoll dekorierten Heylspark, wo zum ersten Mal die Prinz-Carl-Management und Betriebs GmbH mit ihrem Geschäftsführer Andreas Kani für das Lukullische verantwortlich zeichnete. Die Gäste waren zufrieden mit dem Angebot, stürmten nach der Vorstellung das Buffet-Zelt regelrecht - so dass so manche Platten allzu schnell leergeputzt waren. Und nicht wenige Spätesser konnten dann einer Aufführung des besonderen Art beiwohnen: Sie durften zuschauen, wie das Personal schon mal Deko und Tische abräumte, obwohl noch Flaneure im Zelt waren, um sich mit letzten Happen für weitere Diskussionen in der lauen Sommernacht zu stärken - an Biertischen und -bänken, deren undekoriertes rustikales Flair nicht jedem gefiel.
Die Stars hatten sich unters Zuschauer-Volk gemischt, vor allem "Seefred" Mathias Schlung und "Hagen" Christoph Maria Herbst konnten hier nochmals Glückwünsche entgegenehmen. Bei ihnen war schon der Schlussapplaus auf der Bühne angeschwollen, wenn auch nicht so stark, dass ihre Kollegen hätten neidisch werden müssen. Die Zuschauer goutierten mit ihrem minutenlangen Beifall die gute Gesamtleistung des Ensembles, das Höhepunkte geboten und auch manche Schwäche des Stückes umschifft hatte.
KOMMENTAR,
SEITEN 10/11, FEUILLETON
