Von Susanne Müller
Herzschmerz wird ja gerne gesehen im Fernsehen. Liebesleid von Vorzeigefamilien, etwa das eines Stadtplaners und seiner Frau und den Kindern “Jim" und “Emil", rührt nicht nur Frauen. Und wenn der Titel des Films “Verhältnisse" heißt, dann keimt Hoffnung auf bei Liebhabern leichter Unterhaltung im März des kommenden Jahres soll er dann zu sehen sein in der ARD, der Fernsehfilm, für den zur Zeit in Worms Szenen gedreht werden.
Ein Team des Hessichen Rundfunks hat seit gestern und noch heute seine Zelte aufgeschlagen in Rheindürkheim an der Nato-Rampe. Der Rhein und die malerische Landschaft drumherum geben die Kulisse für romantische Szenen die die Protagonistin allerdings nicht mit ihrem Ehemann, sondern mit ihrem Liebhaber zeigen. Und so waten sie denn im Wasser: Nicolette Krebitz, Lars Eidinger, Anna Schudt und Harald Schrott sowie die beiden Kinderdarsteller Moritz Klaus und Junis Marlon. Oder liegen auf der Picknickdecke, oder fahren Fahrrad verfolgt von einem Kamerwagen in knautschorange, umzingelt von einem 35-köpfigen Team des Senders.
Wenn es denn nicht regnet. Und das tat es gestern, heftig, plötzlich. So warteten dann Regisseur Stefan Kornatz, sein Produktionsleiter Arno Maas und Set-Aufnahmeleiter Dirk Eberling, unter Schirmen, in Autos. “Jetzt ist der Weg zu nass, wir ziehen eine andere Szene vor", sagt nach dem Gewitterguss “der Dirk", und weg geht's vom Radelweg mit dem gesamten Equipment hin ans Rheinufer. Dort wird aufgebaut, Assisstentinnen schleppen Stühle, Getränke und Klebestreifen herbei für die Drahtlosmikros, und es wird geprobt.
Nicolette Krebitz nimmt ihren neuen Freund an die Hand, zu dem sie sich sich laut Drehbuch durch ihren egoistischen Film-Mann hingezogen fühlt: “Achtung Aufnahme", ruft es aus dem Uferdickicht.
“Es ist schon komisch, wenn wir uns küssen müssen", lacht die 37-Jährige, die bekannt wurde durch “bandits" und “Ausgerechnet Zoé", für deren Darstellung sie den Grimme-Preis erhielt. “Das stimmt", sagt ihr Filmpartner Lars Eidinger. Denn wenn man sich küsse, sei das wie Ohrfeigen: “Entweder, sie sind echt und berühren dann oder sie sind eben nur gespielt".
Ob sie bei seiner Film-Liebhaberin echt sind oder nicht? Da lächeln beide, geben aber zu, das sie sich schon lange kennen: “Wir legen auch manchmal zusammen Platten auf", erklärte Eidinger, der sich vor allem einen Namen machte als langjähriges Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne der aber auch wiederholt als Musiker und DJ arbeitete.
Gestern jedenfalls gab er den Liebhaber einer enttäuschten Ehefrau heute kommt ihr “Ehemann" Harald Schrott ans Set. Auch er werde in Szenen am Rhein gefilmt, erklärte der Set-Aufnahmeleiter der, man glaubt es kaum, im Film den Main geben muss. Denn die Geschichte spielt in Frankfurt und da habe es in näherer Umgebung kein “Set" gegeben, das so idyllisch sei, hieß es. Das sind ja “Verhältnisse"...
