Wormser Tierschützer nehmen 19 Hunde nach Unfall auf der A61 auf
02.03.2012 - WORMS
Von Susanne Müller
Ein kleiner Mops. Mehrere Chow Chows, ein Schäferhund. Huskys, ein Collie, mehrere Jack-Russel-Terrier, ein cremefarbener Wuschel. Hunde im Tierheim. Das ist nichts Besonderes. Doch die, die am Donnerstag dort aufgenommen werden mussten in einer Hauruck-Aktion, sind besonders. Denn die 19 Welpen sollten eigentlich zu Züchtern in Deutschland und Belgien kommen, waren transportiert worden von einem tschechischen Tierhändler. Der aber verunglückte mit seinem Transporter auf der A61 bei Schifferstadt, 113 Hunde mussten deshalb von der Autobahn weg und untergebracht werden – 19 landeten so im Wormser Tierheim.
Auch Hilfe aus Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal
Für die übrigen bat die zuständige Ludwigshafener Amtsveterinärin Dr. Beate Engelhardt die Tierheime Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal um Mithilfe, auch Vertreter dieser Einrichtungen hatten sich gestern zum Unglücksort aufgemacht, um die Hundewelpen einzusammeln. Die standen nach dem Unfall in Boxen auf der Autobahn, „zum Teil in sehr verbeulten“, schilderte der Einsatzleiter der Feuerwehr Schifferstadt, Stefan Fröhlich, die Lage an der Anschlussstelle Schifferstadt in Richtung Worms. Die Alarmierung war bei den Rettern um kurz vor fünf Uhr am Morgen eingegangen, vor Ort angekommen waren die Wehrleute zunächst froh, dass sich die beiden Fahrer unversehrt aus dem umgestürzten Auto hatten retten können.
Ein Welpe überlebt Unfall nicht
„Aber an die Hunde kamen wir zunächst nicht ran“, so Fröhlich. Das umgekippte Auto war so stark verbeult, dass mit schwerem Gerät zunächst die Türen aufgehebelt werden mussten. Drinnen bot sich den Rettern ein chaotisches Bild: Die Hundeboxen waren durcheinandergewirbelt, sieben Hunde eingeklemmt, ein Welpe hatte den Unfall nicht überlebt. Hunde, die aus zerstörten Boxen geklettert waren, wurden zunächst ins Feuerwehrauto, dann in die Feuerwache und von hier aus in die Tierheime verfrachtet.
In Worms kamen 19 an. Die Welpen, ausnahmslos Rassehunde, nahm zunächst eine Tierärztin in Augenschein, bevor sie in eigens für sie freigemachte Zwinger gesetzt wurden. Wie lange sie hier bleiben, ist unklar. Wie Dr. Engelhardt gestern betonte, müsse bei jedem der Tiere einzeln geprüft werden, ob die Angaben, die in ihren Begleitpapieren, ob die Daten ihres Chips korrekt seien. Nachgeschaut werde auch, ob die Tiere schon das entsprechende Alter hatten, um überhaupt in den Handel zu gelangen: „Ich kann noch keine Prognose geben, wie lange dies alles dauert, ich habe ja noch nicht einmal den Status quo“, sagte die Veterinärin am Donnerstag.
Also bleiben die Welpen erst einmal im Tierheim – und hier verursachen sie Kosten und Arbeit. „Wer die übernimmt, steht noch in den Sternen“, erklärte die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Silvia Bertz. Gestern wurden alle Welpen tierärztlich erstuntersucht, weitere Behandlungen stehen bei einigen der Tiere an. Untergebracht sind die 19 Hunde-Kinder in vier Zwingern, andere Hunde mussten deshalb umquartiert werden.

