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Wormser Zeitung

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Worms 

Worms: Hochstift vor dem Aus? HDV-Vorsitzender dementiert Schließungsgerüchte

20.12.2011 - WORMS

Von Roland Keth

Ständig steigende Kosten im Gesundheitswesen, ein immer härter werdender Verteilungskampf – viele Wormser fürchten, das vergleichsweise kleine, familiäre Hochstift könnte dabei unter die Räder kommen und am Ende nur noch das viel größere Klinikum in Worms übrig bleiben. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich schon seit Wochen hartnäckig Gerüchte halten, das evangelische Krankenhaus würde demnächst dichtgemacht.

Öffentliche Förderung rückläufig

„Dieses Gerede ist totaler Quatsch. Das Hochstift wird nicht geschlossen“, beteuert dagegen Dr. Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Hessischen Diakonievereins, dem das evangelisch geführte Haus gehört. Freimütig räumt er ein, dass das Hochstift nur sehr ungern die lukrative Geburtshilfeabteilung geschlossen habe. Und da die Länder mittlerweile Schuldenbremsen in ihren Haushalten eingebaut hätten, sei auch die öffentliche Förderung rückläufig. Dies gelte allerdings für alle Kliniken in Deutschland. Trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen und vergleichsweise kleinem medizinischen Angebot bleibt Zentgraf jedoch bei seiner Aussage, mehr noch: „Ich gehe fest davon aus, dass es das Hochstift auch in fünf Jahren noch geben wird.“

Die Belegung im 141 Betten zählenden Haus (Klinikum: 555) sei nach wie vor gut, versichert der Vorstandsvorsitzende. Einen Investitionsstau gebe es nicht. „Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben in den letzten Jahren einiges investiert und zuletzt in unserem Haupthaus für rund 3,5 Millionen Euro die Patientenzimmer komplett renoviert.“ Dass Verwaltungsleiter Jan Renz gekündigt habe, sei ein ganz normaler Vorgang. Renz habe sich beruflich verändern wollen, sein Posten werde demnächst wieder besetzt. „Tragisch ist das nicht, denn das Hochstift wird ohnehin von Darmstadt aus zentral verwaltet.“ Im Übrigen habe man gerade mit Doris Dörfer eine neue Oberin eingestellt – auch das sei ein Zeichen, dass es im Willy-Brandt-Ring weiter gehe wie bisher.

"Immer Überschüsse erzielt"

Für 2011 kann Zentgraf noch nicht definitiv sagen, ob das Hochstift mit Gewinn arbeitet oder in die roten Zahlen abrutscht. „Wir haben in den letzten Jahren immer Überschüsse erzielt. Genaue Zahlen über das zweite Halbjahr weiß ich erst im Januar. Aber ich gehe davon aus, dass wir wieder in den positiven Bereich kommen.“ Und selbst, wenn das Hochstift für 2011 im Minus landen sollte („Das kann immer mal vorkommen“), sei man aufgrund „erheblicher Rücklagen“ durchaus in der Lage, einen Verlust wirtschaftlich aufzufangen.

Grundstück und Gebäude gehören nach wie vor dem Hessischen Diakonieverein (Darmstadt). Betreiber ist jedoch sei einiger Zeit die HDV gGmbH. Gesellschafter sind der Hessische Diakonieverein mit 40 und der riesige Gesundheitskonzern Agaplesion mit 60 Prozent. Agaplesion betreibt als gemeinnützige Aktiengesellschaft in der gesamten Republik viele soziale Einrichtungen und hat gerade in jüngster Zeit einige kleinere, unrentable Häuser geschlossen. Könnte nicht auch von dort Gegenwind kommen? Zentgraf verneint: „Agaplesion ist für uns ein guter Partner, die Zusammenarbeit ist sehr positiv. Und da ich bei Agaplesion im erweiterten Vorstand sitze, weiß ich definitiv, dass man auch dort nicht an Schließung denkt.“

Das Hochstift-Krankenhaus in Worms. Foto: photoagenten / Ben Pakalski

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