Sonntag, 12. Februar 2012 07:22 Uhr
URL: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/kultur/8882489.htm

Wormser Zeitung

Kultur 

Mutter und Kind - Einheit zu zweit

11.05.2010 - WORMS

Von Angela Zimmermann

KUNSTHISTORIK Jesus und Maria näher betrachtet

Der Muttertag bietet eine gute Gelegenheit, das wohl in der Kunst am häufigsten abgebildete Mutter-Kind-Paar näher in Augenschein zu nehmen: Maria und Jesus. Die neue Veranstaltungsreihe "Kunst und Kirche. Zur Kaffeestunde" - eine Kooperation vom Museum Heylshof und der evangelischen Erwachsenenbildung - betrachtet ausgewählte Kunstwerke unter kunsthistorischen und religiösen Gesichtspunkten.

Zum Auftakt der Reihe nahmen Dr. Olaf Mückain, Kunsthistoriker und Kurator des Museums Heylshof, und Professor Dr. Werner Zager, Leiter der evangelischen Erwachsenenbildung, im Heylshof vier Bilder zum Thema "Mutter und Kind - Einheit zu zweien?" in Augenschein. Sinn der Runde sei nicht das starre Referieren der beiden Experten, sondern ein offener Dialog, an dem sich auch die Besucher beteiligen könnten, erklärte Mückain vorab.

Doch dazu gehört auch, die Werke zunächst vorzustellen, ein Grundverständnis von der jeweiligen Epoche, dem Bildaufbau und der Motivwahl zu vermitteln. Zager hingegen bezog sich verstärkt auf die Hintergründe aus christlicher Sicht. Eine Madonnendarstellung der besonderen Art ist vermutlich in Lorenzo Di Credis Werkstatt entstanden. Die in der Renaissance typische Dreieckskomposition hat der unbekannte Maler um zwei Figuren erweitert. Maria mit ihrem Kind wird flankiert vom Johannesknaben und einem Engel.

Zu jedem Werk, sei es eben dieses, Bernart van Orley Mutter mit Kind oder Peter Paul Rubens´ und Nicolaus Maes´ Darstellungen, zeigte Mückain die epochentypischen Merkmale, aber auch Besonderheiten in der Komposition auf.

Zudem lieferte er dem teilweise etwas überfordert wirkenden Publikum Informationen zu den jeweiligen Künstlern und deren Arbeitsweise. Aber auch elementare Fakten wie die Technik der Farbgewinnung im Mittelalter ließ er einfließen. Zager hingegen näherte sich den Werken aus theologischer Sicht und umriss die Entwicklung der Marienverehrung und ihren Niederschlag in der christlichen Malerei.

Doch auch die Zuhörer lieferten immer wieder interessante Impulse, die gemeinsam diskutiert werden konnten.


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