Fragen der Denkmalpflege
31.03.2010 - WORMS
WORKSHOP Studierende setzen sich mit mittelalterlichem jüdischem Worms auseinander
(red). In Worms lag eines der bedeutendsten jüdischen Zentren des Mittelalters. Die älteste Synagoge ist für das Jahr 1034 überliefert. Eine Jeschiwa (Talmudhochschule) wurde wohl um 1050 begründet. Zu den gemeindlichen Institutionen im Mittelalter zählten weiterhin Backhaus, Tanzhaus, Armenwesen (Spital), Ritualbad (Mikwe) und Friedhof. Die Gebäude lagen im näheren Umfeld der Synagoge (heute Synagogengarten); der Friedhof außerhalb der Stadtmauern.
In Worms blieben bedeutende Zeugnisse dieser frühen Judengemeinde erhalten. Mit dem Wiederaufbau der Synagoge wurde bereits 1957 begonnen.
Vermittlung des
mittelalterlichen Erbes
Sie dient heute wieder dem Gottesdienst. Der so genannte "Synagogengarten" geht ebenfalls auf die Gestaltung der 50er Jahre zurück. Er wird im Süden vom "Raschihaus" begrenzt, in dem das Jüdische Museum und das Stadtarchiv untergebracht sind. Die Räumlichkeiten sind beengt. Ein Brachgrundstück hinter dem Haus (heute Parkplatz), könnte Erweiterungsmöglichkeiten bieten. Für das Areal wurde bereits 1992 ein Bebauungsplan erstellt.
Die Städte Worms, Mainz und Speyer haben einen Antrag zur Aufnahme des jüdischen Erbes der SchUM-Stätten in die Unesco-Welterbeliste gestellt. Für das mittelalterliche jüdische Erbe in Worms fehlt es aber an einer Neuorientierung und Vermittlung. Hier setzt der Workshop "Synagogengarten Worms- Mittelalterliches jüdisches Zentrum" an, der vom 12. bis 18. September in Worms stattfinden wird. Die Teilnehmer des Workshops sollen sich mit denkmalpflegerischen Fragestellungen beschäftigen. Sie reichen von der Analyse der städtebaulichen Situation, der Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielstellung, der Entwicklung von Nutzungs-, Erweiterungs- und didaktischen Konzepten bis zur Vermittlung des mittelalterlichen jüdischen Worms.
Betreut wird dieser fünfte Workshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesdenkmalpflege, die Technische Universität Kaiserslautern sowie die Stadt Worms. Bewerben können sich Studierende der Kunstgeschichte, Judaistik, Geschichte, Architektur, Städtebau, Landschaftspflege und Archäologie, die großes Interesse an Fragen der Denkmalpflege haben und interdisziplinär arbeiten wollen. Eine Kostenbeteiligung in Höhe von 100 Euro ist zu erbringen. Bewerbungsschluss: 30.Mai. Bewerbungen mit Motivationsschreiben und Lebenslauf gehen an Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn, E-Mail : Caecilie.Flossdorf@bkm.bmi.bund.de.
