Von Yasmin Hameed
GALERIE SCHAURAUM Ausstellung zu "Schlüssel zur Freiheit"
Seit nunmehr 30 Jahren versteht sich die Wormser Fabrik als Raum, der frei ist von bürgerlichen Zwängen. Aus diesem Geist heraus öffnete schließlich vor 15 Jahren auch die Galerie Schauraum ihre Türen. Nur folgerichtig führt also im doppelten Jubiläumsjahr an einer Ausstellung zu "Kunst und Freiheit" kein Weg vorbei.
Bereits zum vierten Mal beteiligt sich derzeit die Galerie Schauraum mit einer großen Gemeinschaftsausstellung Wormser Künstler sowie einiger Gäste an der Themenkampagne "Geist der Freiheit" der Kulturregion Rhein-Main. Dabei zeigt sich erneut: Dass den Kunstschaffenden in der wiederholten Auseinandersetzung mit dem großen Wort und hohen Ideal der Freiheit die Ideen ausgehen, ist nicht zu befürchten. Zwar wirkt das diesjährige Ausstellungsmotto "Schlüssel zur Freiheit" durch die hinlänglich bekannte und fest gefügte Metaphorik bereits wesentlich konventioneller als noch die Titel der Vorjahre, die beispielsweise unter "keimfrei" und "insektenfrei" liefen, doch die Ergebnisse der rund 35 Künstler, die diesem Sprachspiel künstlerisch-kreativ begegnet sind, können sich auch diesmal wieder sehen lassen.
Dass Schlüssel und Schlüsselloch bei dem Rundgang durch die Ausstellung ganz unabhängig, ob es sich nun um Malerei, Zeichnungen oder Installationen handelt, allgegenwärtige Symbole sind, vermag dabei zunächst kaum zu verwundern. Schnell zeigt sich bei der Vielzahl unterschiedlicher Werke, die eben nicht nur in bunter Eintracht, sondern durchaus auch in spannungsreicher Dissonanz neben- und miteinander bestehen, aber auch: Die Ausstellung gewinnt vor allem durch jene Arbeiten, die den Betrachter zunächst etwas ratlos zurücklassen, indem sie sich allzu sinnfälliger und damit erwartbarer Ausdrucksformen verweigern.
Dies zeigt sich beispielsweise bei Marc Bellfroids "goldenem Schnitt", der eine rot-gelbe Fläche nach eben jener Einteilung bemisst und damit die klassisch-antike Vorstellung vom Maßhalten als Voraussetzung für Freiheit zitiert. Diese hintersinnige Doppeldeutigkeit, die dem Freiheitsbegriff innewohnt und die es deshalb nahe legt, Freiheit durch Abwesenheit und Darstellung ihres Gegenteils in Form von Zwang und Gewalt auszudrücken, hat schließlich Martina Hils noch einmal gegen den Strich gebürstet. In Schwarz-Weiß gehalten, lässt ihre "Gefesselte" den Betrachter selbst entscheiden, ob es sich hierbei um eine freiwillige und spielerische Unfreiheit oder den körperlichsten Ausdruck von Unterdrückung handelt.
Michael Mahla hatte zur Eröffnung betont, dass die Begriffe Freiheit und Schlüssel zusammenpassen können, aber nicht unbedingt müssen. Diese Schlüsselmetapher griff auch Joachim Habout auf für sein "hermetisches Geheimnis". So ist dem frei im Raum hängenden, ornamental vergitterten Eisenkasten zwar ein Schlüssel beigefügt, doch die Möglichkeit, dieses Geheimnis zu lüften und den Kasten zu öffnen, bleibt in Ermangelung eines Schlosses schlichtweg ausgeschlossen. Was also tut der nach Freiheit strebende Geist, wenn er den Schlüssel in seinem Besitz glaubt, er aber die dazugehörige Tür nicht finden kann? Aktuelle gesellschaftspolitische Relevanz erhält diese Frage mit den Fotografien und den dazugehörigen Skulpturen von Eckhard Schembs. Auf drei Bildern hat er das Schicksal der "boatpeople" im Moment ihrer Ankunft in Italien festgehalten, die als Flüchtlinge in Europa ihr Tor zur Freiheit sehen. Konfrontiert und mit scharfer Ironie aufgeladen wird dieser Ausdruck der todesmutigen Freiheitssuche schließlich mit dem gerahmten und zum Kunstobjekt stilisierten deutschen Reisepass von Johannes Vögele.

Musiker?
Der Musiker selbst sagt von sich: Er war an diesem wortwörtlich heißen und schwülen Tag gut drauf!!! Und die Vernissage war insgesamt klasse. Wenn dann jemand sagt, der Mann hat zwar gut gespielt, aber die Musik gefällt mir nicht - ist das auch ok. Das einzelne Wormser Musiker (Rocker?) aber ganz offensichtlich unter den Folgen von "PISA" leiden, musikalischem Analphabetismus oder einfach nur seit Jahren im eigenen Saft braten und davon taube Ohren haben - dafür kann er nix. Ein "Rocker" ist er übrigens wirklich keiner. Stellt sich die Frage, ob das in diesem Sinne überhaupt erstrebenswert ist. Ein Rockmusiker im Parellel-Universum, ja, das schon eher... ((-:
LG - Michael Koch