Von Sascha Diehl
Ausstellung der N-Bahn-Freunde in Pfeddersheim erregt Aufsehen und Bewunderung
Die Wormser Eisenbahnbrücke, das Backfischfest im Kleinformat oder die rheinhessische Hügellandschaft - die Welt der N-Bahnfreunde zeigt Bekanntes auf faszinierende Weise. Am Wochenende lockten die detailverliebten Mini-Landschaften viele Besucher zum Fahrtag ins Sängerheim des GV 1845. Einer war Karl-Heinz Sauter. Der Modellbau-Fan war extra aus Hochspeyer nach Pfeddersheim gekommen, um die Wormser N-Bahn-Welt im Maßstab 1:160 zu bestaunen. Bereut hat er seinen Ausflug nicht. Es sei unglaublich, staunte Sauter im Gespräch mit der WZ, "welche Anstrengungen hier unternommen wurden". Ähnlich fasziniert zeigte sich Peter Thevs. "Wie man so etwas bauen kann", wunderte sich der Wormser, der sich selbst als "blutigen Laien" betrachtet. Gleichwohl sei die Miniaturwelt in Spurweite N auch für Nicht-Eisenbahner ein echtes Erlebnis. Wo das Lob der vermeintlichen Laien für die N-Bahner bereits groß ausfällt, trägt die "Fachwelt" noch dicker auf. Alfred Bublitz, selbst begeisterter Modelleisenbahner, war aus Neustadt gekommen, um die N-Bahn-Schau unter die Lupe zu nehmen. Die Frage, welches Urteil er über die 35 Module fällt, beantwortete Bublitz mit Überschwang. "Die Ausstellung ist absolut wunderbar", lobte der Rentner, der der Faszination Modelleisenbahn offensichtlich rettungslos verfallen ist. "Ich bewundere Leute, die so etwas machen." Ähnlich groß fiel das Lob eines Weinheimer Besuchers aus. "Das ist wunderbare, minutiöse Kleinarbeit", erklärte der Rentner, "ich kann das sagen, ich komm´ rum". Dass die Module der N-Bahnfreunde bereits in Fachzeitschriften abgebildet waren, fuhr der Weinheimer fort, "spricht für die Qualität". Sätze, die Thomas Enders, Zweiter Vorsitzender des Vereins, gerne hört. Man wolle sich beim Fahrtag der Öffentlichkeit zeigen, erklärt er, und vielleicht den einen oder anderen Neu-Eisenbahner gewinnen. Denn trotz derzeit 23 Mitgliedern plagen die N-Bahnfreunde Nachwuchssorgen. "Im guten Alter, ab 14 Jahren aufwärts, fehlen uns Leute", betont Hasso Pfeiffelmann, Zeugwart des Vereins und derjenige, der dafür sorgt, dass es in der Mini-Welt blitzt, leuchtet und blinkt. Ein weiteres Vereins-Problem: Die N-Bahnfreunde suchen nach geeigneten Räumen, in denen sie ihre Module, die mittlerweile ganze Garagen füllen, lagern können. Eine bislang erfolglose Suche. Seit rund zwei Jahren, erzählt Thomas Enders, trete man mit dem Anliegen an die Stadtverwaltung und Ortsvorsteher Alfred Haag heran. "Die Antwort ist immer die gleiche", ärgert sich Enders, "wir kriegen gesagt, dass keine Räume zur Verfügung stehen". Die Eisenbahner nehmen die Absagen mit Humor und revanchieren sich auf ihre Weise, mit neuen Modulen. Eines, das neu ist, zeigt den Wormser Flughafen, allerdings nicht im Ist-Zustand. "Das ist der regionale Flughafen Worms, Ausbaustufe II im Jahr 2048", lacht Hasso Pfeiffelmann, "mal sehen ob wir die Stadt damit ein bisschen unter Druck setzen können". Die Bilanz des Vereins fiel bereits am Samstag positiv aus. " Pfeiffelman: "Jetzt müssen wir nur wie im vergangenen Jahr wieder auf 1 200 Leute kommen."
