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Worms 

Warnung vor "Spielcasino-Kapitalismus"

20.10.2008

Von Claudia Wößner

IG Metall ehrt langjährige Mitglieder und zieht Parallelen zur Weltwirtschaftskrise

Jahrzehntelang haben sie sich für die Rechte der Arbeitnehmer stark gemacht. Jetzt wurden 30 Mitglieder der Industriegewerkschaft (IG) Metall für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

"Im Rückblick hat es sich gelohnt, Gewerkschafter zu sein", sagte Armin Groß, der Erste Bevollmächtigte, zu den stolzen Mitgliedern, die der IG Metall über all die Jahre hinweg treu geblieben waren. Und Thomas Schuck, Zweiter Bevollmächtigte, nannte die Veranstaltung einen "großen Tag" für die Gewerkschaft in der Nibelungenstadt. Neben den Ehrungen in Worms wurden im gesamten Gebiet der Verwaltungsstelle 281 weitere Personen ausgezeichnet. Darunter war mit dem 95-jährigen Heinrich Michalak aus Gustavsburg sogar ein Jubilar, der für 80Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Armin Groß nutzte die Mitgliederehrung, um auf die Parallelen zwischen der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 und der gegenwärtigen Situation an den Finanzmärkten aufmerksam zu machen. "Man könnte annehmen, dass 80 Jahre ausgereicht hätten, um Lehren zu ziehen", erklärte Groß. In seiner Festrede setzte er sich für eine unabhängige und effektive Finanzaufsicht ein. Die Gewerkschaft habe vor dem "Spielcasino-Kapitalismus" gewarnt, konstatierte Armin Groß. Gleichzeitig mahnte Armin Groß an, sich beim Thema der Altersversorgung wieder verstärkt dem bewährten Umlagesystem zuzuwenden. "Was ist denn mit denen, die ihr Geld zur Altersvorsorge in Fonds angelegt haben?", fragte der Gewerkschaftsfunktionär bitter. Thomas Schuck gab den Jubilaren zur Feier des Tages den kleinen Aufsatz "Wie wird man Generaldirektor?" von Kurt Tucholsky mit auf den Weg. Die Verwaltungsstelle Mainz-Worms der IG Metall verfügt über 6200 Mitglieder, ein Drittel davon kommt aus der Nibelungenstadt. In diesem Jahr konnte die Gewerkschaft mit 400 neuen betrieblichen Mitgliedern sogar einen Zuwachs verzeichnen. Nachdem in den vergangenen Jahren in Worms viele Firmen wegfielen, gibt es laut Armin Groß nur noch drei größere Industriebetriebe im Metallbereich im Stadtgebiet.

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