Von Christine Dirigo
N-Bahn-Freunde präsentieren Worms und Rheinhessen mit Licht und Ton
Die rund 35 Module würden aufgestapelt eine ganze Garage füllen. Mit ihnen können die N-Bahn-Freunde Worms sieben verschieden Anlagen aufbauen. Spielen mit der Eisenbahn war gestern. Hier läuft alles digital, sowohl die Konzeption als auch die Steuerung.
Auf einer Grundfläche von etwa neun mal 15 Metern sind gut hundert Meter Bahnstrecken integriert. "Das entspricht einer Länge von 16 Kilometern in der Realität", erklärte Thomas Enders, Zweiter Vorsitzender. Fünf bis sechs Züge fahren gleichzeitig in Originalgeschwindigkeit. Und da müssen Besucher - wie im wirklichen Leben - schon mal auf den Zug warten. "Ein Güterzug ist mit den Stopps an den Bahnhöfen schon mal fünf Minuten unterwegs", lachte Hasso Pfeiffelmann, der Zeugwart und "Meister des Lichts". Die Technik und die Detailtreue sucht ihresgleichen und auch Licht und Sound sind beeindruckend. Die Wormser Altstadt beispielsweise wird mit einer Tag- und Nacht- sowie einer Gewittersimulation präsentiert. Für die Gestaltung der Module haben sich die N-Bahn-Freunde auf Motive aus Worms und der Umgebung geeinigt. Viele Sehenswürdigkeiten, Straßenzüge und natürlich Bahnhöfe haben sie im Maßstab 1:160 nachgebildet. Auch die typisch rheinhessischen Landschaften haben sie einbezogen. Das ist alles Handarbeit, denn den Pfeddersheimer Bahnhof gibt es natürlich nicht im Fertigbausatz. "Gut zwei Jahre hab ich daran gebaut", verkündete Enders nicht ohne stolz auf die Genauigkeit, mit der er den Haltepunkt der Bahn nachgebaut hat. Der Verein hat Spaß daran, wenn bei den Ausstellungen die Besucher aus dem Umkreis vieles wiederkennen und ins Staunen kommen. Bevor sie sich ans Werk gemacht haben, standen allerdings rund neun Monate Tüfteln und Planen an. "Wir haben Grundsätzliches festgelegt und eine Art Baukastensystem entwickelt, damit wir die Module beliebig zusammensetzen können", erklärte der Zweite Vorsitzende. Zum Beispiel gibt es Normen für die Größe der Module, der Schienenabstände, für den Schotter des Gleisbettes und für die Technik. So wird die Anlage beliebig erweiterbar und ergibt immer ein schönes Bild. Im Verein hat jeder sein Spezialgebiet und zusammen wird die Sache rund. "Wir haben alle den Ehrgeiz, die Module so perfekt zu gestalten, dass wir keine Pleite bei den Ausstellungen erleben", betont Pfeiffelmann. Enders ist Gründer der N-Bahn-Freunde. Nachdem er eine Zeitlang seinem Hobby nachgegangen war. hatte er es satt, "alleine im Keller" vor sich hin zu werkeln und hat vor fünf Jahren per Annonce Gleichgesinnte gesucht. Zu Beginn fanden sich vier weitere Begeisterte ein, die sich weiterhin bei Enders im Keller trafen, bevor die Gruppe größer wurde und sich der 14-tägige Stammtisch im Black&White herausbildete. Dort wird gefachsimpelt und die N-Bahn-Freunde dürfen schon mal einen großen Tisch für sich beschlagnahmen und Züge fahren lassen. Vor zwei Jahren haben sie den Verein gegründet. Die Mitglieder legen Wert darauf, bei der Gestaltung Geschichten zu erzählen. Die Module sind mit unzähligen Gebäuden, Figuren und Tieren ausgestattet und es gibt immer viel zu entdecken - wie das Liebespaar unter dem Baum oder die Milka-Kühe. Und es muss blinken, denn davon sind vor allem die Kinder fasziniert. Und die Gäste können sicher sein, bei jeder Ausstellung sieht die Anlage wieder anders aus.
