Initiative macht auf Situation der Radler im Straßenverkehr aufmerksam
woz. Mit 35 Teilnehmern startete die erste Wormser "Critical Mass" durch die Nibelungenstadt. Die Radfahrer machten in Gesprächen mit Autofahrern und Fußgängern auf ihr Anliegen - das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel - aufmerksam.
Ziel von "Critical Mass" ist es, mit einer großen Zahl von Radfahrern auf die Situation der Radler im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. "Das war für die erste Veranstaltung ein ganz großes Ding!", freute sich Bernd Oliver Sünderhauf aus dem Initiatorenkreis, "da steckt noch viel Potential drin". Auf der Strecke quer durch die Stadt sei auch immer wieder Zeit geblieben, mit Autofahrern und Fußgängern zu sprechen, Infomaterial zu überreichen. Die meisten hätten der Aktion offen gegenüber gestanden. "Seid radikaler!" habe sogar ein Passant gerufen. "Mit der Radikalität ist das aber so eine Sache. Wir wollen die Menschen ja überzeugen, da müssen wir schon mit ihnen reden!", so die Mannheimerin Erika Ciesla. "Dass der eine oder andere Autofahrer gestresst oder auch beleidigend reagiert, kennen wir ja alle aus dem Alltag." Sogar aus Tübingen war ein Teilnehmer angereist - mit dem Rad natürlich: Marian Hensche, der sich die Wormser Premiere nicht entgehen lassen wollte: "Ich will die Idee auch nach Tübingen importieren, und wollte mir dazu mal anschauen, wie die Wormser das machen." "Dass die Veranstaltung die unterschiedlichsten Menschen erreicht, hat uns besonders gefreut: Schüler und Studenten, Mütter mit Kind, Senioren, barfuß und mit Clickpedal, Rennrad- und Freizeitfahrer, dazu die Fahrradrikscha und eine Fahrradchopper. Wir waren so bunt gemischt, dass man nicht sagen kann, das sei nur irgendein Grüppchen gewesen," ergänzte Jan Schumacher. "Das gibt uns Mut weiterzumachen!" Die "Critical Mass" soll feste Wormser Institution werden: Auch künftig wird sie jeden zweiten Freitag im Monat jeweils um 17 Uhr starten. Die zweite Wormser Critical Mass am 12. September wird ein besonderer Höhepunkt - wird an diesem Tag doch die neue Rheinbrücke eröffnet. "Die einzuweihen wird ein Riesenspaß", so Sünderhauf, "und es wird Radfahren wieder ein Stück mehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert."
