Heile Welt in Gundersheim
19.06.2010 - VG WESTHOFEN
Von Manfred Janß
WZ-GEMEINDE-CHECK Rotweingemeinde gewinnt souverän / Dittelsheim-Heßloch Schlusslicht
Daheim ist es immer noch am schönsten, heißt es. Ganz besonders schön ist es offenbar in Gundersheim. Jedenfalls waren die relativ zahlreichen WZ-Leserinnen und Leser, die den Fragebogen des Gemeinde-Checks ausgefüllt hatten, der Ansicht, dass ihre Rotweingemeinde der allerschönste Ort auf der Welt ist. Bei fast allen Bewertungskriterien gab es ausschließlich Bestnoten, Ausreißer nach unten haben Seltenheitswert.
Gundersheim ist auch die einzige Gemeinde, aus der es in puncto Verkehrsanbindung nur „sehr gut“ oder „gut“ gab. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Gundersheim ist die einige der zehn Ortsgemeinden in der VG Westhofen, die einen Bahnanschluss besitzt. Dazu kommt eine eigene Abfahrt an der A 61. Klare Pluspunkte für Berufspendler und Schüler. Apropos Schüler: Ebenfalls gut bis sehr gut kommt bei den Gundersheimern an, dass es eine Grundschule gibt und einen Kindergarten. Auch der neue Supermarkt, der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort bietet, wird als ausgesprochen wichtiger Beitrag zur Lebensqualität empfunden.
Einkaufsmöglichkeit wird schlecht bewertet
Den krassen Gegensatz dazu bildet Dittelsheim-Heßloch. Für die Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür hagelte es fast ausschließlich die Noten „ungenügend“ und „mangelhaft“. Nicht viel besser sieht es in der Kloppberggemeinde bei der Verkehrsanbindung aus. So wird in etlichen Zuschriften beklagt, dass es keine direkte Busverbindung ins benachbarte Westhofen gibt, wo die VG-Verwaltung sitzt und man gut einkaufen kann. Wer aber mit dem Bus dorthin will, muss erst über Bechtheim nach Osthofen fahren und von dort aus nach Westhofen.
Ebenfalls schlecht bestellt ist es bei den Angeboten für die Jugend sowie Sportmöglichkeiten. So ist es kein Wunder, dass Dittelsheim-Heßloch die einzige Gemeinde ist, für die im Gemeinde-Check bei der Lebensqualität die Note „ungenügend“ vergeben wurde. Auch „mangelhaft“ taucht nirgendwo so oft auf wie dort. Das komplette Desaster verhindern nur die Von-Dalberg-Grundschule und die beiden Kindergärten, die wichtige Standortfaktoren darstellen. Ein Ergebnis, das die WZ-Redaktion nicht erwartet hätte.
Auf Platz zwei landete VG-Namensgeber Westhofen. Otto-Hahn-Schule mit Ganztagsangebot, zwei Kindergärten und gleich zwei Supermärkte sowie ausgesprochen gute Sportangebote bescheren der pittoresken Weinbaugemeinde Bestnoten. Und wie Gundersheim wird auch Westhofen als sichere und saubere Gemeinde empfunden. Ein Wermutstropfen ist die innerörtliche Verkehrsbelastung insbesondere am Marktplatz.
Erstaunlich viele ausgefüllte Fragebögen erreichten die Redaktion aus dem kleinen Monzernheim. Ein Indiz, dass sich dessen Einwohner offenbar Gedanken um ihren Ort machen und sich mit der Lebenssituation dort auseinandersetzen. Was aber nicht automatisch heißt, dass sie mit allem zufrieden sind. Im Schnitt vergaben die Monzernheimer beim Punkt „Lebensqualität“ zwar durchweg die Noten „gut“ oder „befriedigend“. Doch fehlende Geschäfte im Ort, die hohe Verkehrsbelastung innerorts und mangelnde Angebote für die Jugend sowie die miserable Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr reißen die Gesamtbilanz nach unten.
Kindergarten als wichtiger Faktor für Zufriedenheit
Im gediegenen Mittelfeld sind Hochborn und das einwohnermäßig viermal so große Bechtheim zu finden. Die Bechtheimer schätzen vor allem den Kindergarten, den es im Ort noch gibt, sowie die vergleichsweise guten Sportangebote. Überhaupt nicht gut kommt dort allerdings an, dass es keine Möglichkeit zum Einkaufen gibt.
Das kleine Hochborn punktet vor allem mit Sicherheit und Sauberkeit, fehlende Einkaufsmöglichkeiten trüben das Gesamtbild allerdings. Dieser Umstand stößt auch den Gundheimern am übelsten auf, im Schnitt gab es dafür ein glattes „mangelhaft“. Als sehr negativ empfanden viele auch die hohe Verkehrsbelastung im Ort.
Als gut wurden dagegen die Anbindung an den ÖPNV und die Sportmöglichkeiten in der Gemeinde bewertet.
