Benefizkonzert in Monzerenheim zugunsten der Sanierung der Kirchenheizung
18.01.2012 - MONZERNHEIM
Von Helmut Weick
Da staunte so mancher. Sage und schreibe 300 Besucher kamen am Sonntagabend zum Benefizkonzert in die evangelische Kirche in Monzernheim. Dabei zählt die Gemeinde gerade mal gut 600 Einwohner. Als „Zugpferd“ erwies sich dabei auch Lothar Ackva, der den Konzertabend moderierte. Viele Zuhörer wollten den beliebten SWR-Radiomann einmal „live“ erleben. Aber auch das musikalische Programm wurde zum einprägsamen Erlebnis.
Ein Konzert der ganz anderen Art war angesagt und dieser Anspruch wurde vollauf erfüllt. Den wenig spektakulären Anlass dazu lieferte die kaputte Elektroheizung der evangelischen Dorfkirche. Die gab nach über 40 Jahren den Geist auf, für Pfarrer Andreas Schenk und den Monzernheimer Kirchenvorstand auch eine finanzielle Herausforderung. Gemeinsam hielt man Ausschau nach Lösungen. Dabei erwies sich das Benefizkonzert zugunsten des altehrwürdigen Gotteshauseses als „zündende Idee“. Junge, bodenständige Musiker und „Alte Hasen“ bildeten beim Konzert eine erfrischende Symbiose. Kaum zu glauben, dass die Musiker für dieses Konzert nur eine einzige gemeinsame Probe absolvierten und überhaupt erstmals in dieser „Aufstellung“ agierten.
Da hatten sich zum Beispiel Thomas Hering (Saxophon) und Claus Hoffmann (Gitarre) zusammengetan. Fast schon ein wenig waghalsig war das Duo Carina Wiese (Flöte) und Ulrich Hering (Akkordeon). Ein selten anzutreffendes instrumentales Duett. Immer noch zur ausklingenden Weihnachtszeit passend füllte Lothar Ackva die Pausen mit besinnlichen Geschichten rund um das Fest der Liebe und der Familie. Ackva rezitierte heitere und nachdenkliche Episoden namhafter Schriftsteller wie Hans Fallada oder Max von der Grün. Auch eine Reminiszenz an Hanns-Dieter Hüsch brachte die Zuhörer zum Schmunzeln.
Die Auswahl der Musiktitel erwies sich als gelungen, es wurden moderne Kompositionen und Filmmelodien intoniert. Lieder, die ins Ohr gingen und das Herz rührten. Bekannte Titel wie „Wind of Change“ von den Scorpions oder Frank Sinatras „My way“ ließen die Zuhörer leise mitsummen. Fast schon faszinierend war, was Saxophonist Thomas Hering seinem Instrument entlockte. Ein „Heimspiel“ hatte an diesem Abend auch Sängerin Rebecca Müller. Die junge Monzernheimerin begeisterte das Publikum mit ihrer einzigartigen Stimme. Ein beachtliches Talent. Beifallsstürme gab es vor allem für ihr „You light up my live“. Heinz-Gunther Ackva (Piano) und Ilka Bork (Orgel) setzten das berühmte „i-Tüpfelchen.“
Am Ende spendeten die Zuhörer tosenden Applaus und Pfarrer Andreas Schenk fand das musikalische Schmankerl geradezu „himmlisch.“ Was eine kaputte Kirchenheizung nicht alles bewegen kann...
