Betze-Bub mit Herzblut
31.07.2010 - HOCHBORN/ALZEYER
Von Andreas Riechert
FANBEAUFTRAGTER Klaus Becker ist für die FCK-Anhänger der Region Rheinhessen/Pfalz zuständig
. Für ihn ist der 1. FC Kaiserslautern weit mehr als ein „normaler“ Fußballverein: Wenn Klaus Becker auf seine Leidenschaft FCK zu sprechen kommt, fangen die Augen des Hochborners merklich an zu funkeln. Bereits seit dem Jahr 1992 ist der 64-Jährige als Fanbeauftragter der Betze-Buben für die Region Rheinhessen/Pfalz zuständig und steht dabei in ständigem Kontakt mit Vereinsführung und Fanclubs. Eine herausfordernde Aufgabe, die Becker als „absolute Herzensangelegenheit“ betrachtet.
„FCK ist für mich Religion und Weltanschauung“
Erst unlängst für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt, könnte sich der ehemalige Krankenpfleger der Alzeyer Rheinhessen-Fachklinik nichts Schöneres vorstellen, als sich für „seinen“ FCK zu engagieren. „Der FCK ist für mich Religion und Weltanschauung zugleich“, bekennt der Gründer des 1989 ins Leben gerufenen FCK-Fanclubs „Betze-Stammtisch Rheinhessen“, der nur zweieinhalb Jahre später für den vom ehemaligen Lautern-Präsidenten Norbert Thines initiierten Fanbeirat kandidierte.
Und das mit Erfolg. Seit nunmehr 18 Jahren fungiert Becker als Mittler zwischen Verein und Anhängern, hält alle fünf bis sechs Wochen Sitzungen in Dittelsheim ab, koordiniert Sommerfeste, soziale Aktivitäten, Fußballturniere, Fahrten zu Auswärtsspielen und vieles mehr.
Dabei sah im Jahr 1989 alles noch deutlich überschaubarer aus, erinnert sich Becker. „Damals gab es in Rheinhessen vielleicht fünf oder sechs Fanclubs. Mehr waren’s nicht. Aber im Verlaufe der Jahre ist die Sache unglaublich gewachsen“, schildert der passionierte FCK-Anhänger nicht ohne Stolz. Dass die Rivalität zum rheinhessischen Rivalen FSV Mainz 05 den Lauterern den ein oder anderen Fan abspenstig gemacht hat, erachtet er keineswegs als Problem oder Ärgernis.
Im Gegenteil. „Ich finde die Konkurrenz zu den 05ern gut. Wir nehmen uns beide nicht viel. Bei uns ist die Hütte immer voll und in Mainz auch. Das Potenzial für zwei Bundesligavereine in Rheinland-Pfalz ist zweifellos da und es gibt doch sowieso nichts Packenderes als Derbys“, schwärmt der FCK-Fanbeauftragte.
Neben Höhepunkten wie den Deutschen Meisterschaften 1991 und 1998, den DFB-Pokalsiegen 1990 und 1996 und der nicht mehr für möglich gehaltenen Last-Minute-Rettung vor dem Abstieg in die Dritte Liga im Jahr 2008 mussten Becker und die FCK-Fangemeinde auch viele Nackenschläge verkraften: „Die Fans haben in den vergangenen acht Jahren Bitterböses mitgemacht und wir hatten fast nur Negativschlagzeilen.“
„Endlich wieder da, wo der Verein hingehört“
„Umso schöner ist es, dass wir jetzt wieder oben sind und mit Trainer Marco Kurz und Vorstandsvorsitzendem Stefan Kuntz zwei Leute gefunden haben, die den Verein endlich wieder dahin geführt haben, wo er einfach hingehört“, betont der 64-Jährige, der seine Verantwortung perspektivisch auf jüngere Schultern verteilen will. So gehören sein Sohn Mario und dessen Partnerin Kerstin Elenberger seit Juni ebenfalls dem FCK-Fanbeirat an und greifen ihm tatkräftig unter die Arme.
„Wenn ich es irgendwann selbst nicht mehr mache, sind auf jeden Fall Nachfolger da, die die Arbeit auch gut machen werden und frische Ideen reinbringen“, schaut Becker optimistisch nach vorne. Schließlich sei die Fanarbeit ohne die Impulse der Jüngeren zukünftig kaum noch denkbar. „Es ist ganz wichtig, die jungen Leute einzubinden und ihre Meinung zu den wichtigen Themen zu berücksichtigen. Sie sind es, die im Stadion unsere fantastischen Choreographien gestalten und die Fanszene aktiv mit Leben füllen“, verdeutlicht der FCK-Fanbeauftragte, der vor dem ersten Lauterer Heimspiel gegen Meister FC Bayern München mal wieder eine besondere Fan-Aktion ins Auge gefasst hat. „Da werden wir innerhalb von drei Tagen zu Fuß von Alzey nach Kaiserslautern wandern. Es haben bereits viele Fans zugesagt und ich freue mich schon sehr darauf“, strahlt Becker, der sich stets auf seine Partnerin Sonja verlassen kann: „Sie hat mich immer unterstützt.“
