Von Manfred Janß
GEMEINDE-CHECK Hochborn punktet vor allem mit Ortsbild / Einkaufen bald ein Mal die Woche möglich
Das kleine Dörfchen an der Grenze zur VG Alzey-Land hat schon lange nichts mehr mit dem einstigen „Blödesheim“ zu tun. Die Gemeinde hat sich zu einem schmucken Örtchen entwickelt und das honorieren die Bewohner offensichtlich. „Wir arbeiten aber auch ständig daran“, lässt Ortschef Herwarth Mankel verlauten. Die Bellengasse wird derzeit saniert, die übrigen Ortsstraßen sollen laut Ortsbürgermeister nach und nach folgen, der Dorfplatz mit dem Brunnen ist bereits ein Hingucker. Darüber hinaus sind mittelfristig noch eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, um das Ortsbild noch attraktiver zu gestalten.
An den Einkaufsmöglichkeiten vor Ort wird sich dagegen wohl wenig ändern. „Einen Investor für einen Supermarkt für den Standort Hochborn zu begeistern, wird schwierig“, meint Herwarth Mankel scherzhaft. Dennoch soll sich bald etwas ändern, insbesondere für die älteren Bürger, die nicht mehr so mobil sind, dürfte das angenehm sein. „Nach intensiven Gesprächen“, berichtet der Ortschef, „wird es ein Mal die Woche einen mobilen Stand geben, an dem man Brot, Wurst, Käse und andere Lebensmittel einkaufen kann. Wenn sich das gut bewährt, könnte der unter Umständen auch öfter geöffnet sein.“ In Hochborn einzukaufen, soll laut Mankel erstmals nach der Sommerpause möglich sein.
Ortschef teilt Kritik an ÖPNV nicht
Nicht nachvollziehen kann der Ortschef allerdings die schlechte Benotung bei der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. „Es gibt Ruftaxiverbindungen nach Worms und Alzey, vor allem letztere wird sehr gut angenommen. Deshalb verstehe ich da die Kritik nicht so ganz. Gemessen an der Größe und der Lage von Hochborn finde ich auch die Busverbindungen in Ordnung“, meint er.
Keinen eigenen Kindergarten im Ort sowie seit vielen Jahren auch keine Schule mehr und trotzdem gute Noten für diesen Punkt - wie geht das? „Das liegt am guten Angebot in der Nachbarschaft“, erklärt der Ortsbürgermeister. Die Grundschüler gehen in die Otto-Hahn-Schule nach Westhofen, weiterführende Schulen mit Realschule plus und Gymnasien stehen in Alzey zur Verfügung. „Das läuft sehr gut“, betont Mankel. Beim Kindergartenangebot habe Hochborn gute Beziehungen zum benachbarten Gau-Heppenheim. „Wir beteiligen uns beim Kindergarten seit Jahren finanziell und kooperieren sehr gut miteinander. Zudem kommen die Elternvertreter des Kindergartens seit langem aus Hochborn“, erläutert der Ortsbürgermeister. Auch zwischen den Kindern gebe es mittlerweile regen Austausch, so besuchten die Gau-Heppenheimer Kindergartenkinder Hochborn beispielsweise am Sankt-Martinszug.
Dickes Lob für Engagement der Landfrauen
Was das Dorfleben anbelangt, sind die Landfrauen ein wichtiger „Motor“, die viel bewegen. „Sie bieten Sportangebote für Kinder an und auch einiges für die älteren Mitbürger“, weiß Herwarth Mankel. Die neu zugezogenen Bürger versucht er übrigens auch persönlich zu integrieren. „Wenn Leute bei uns ein Haus bauen oder kaufen und eine Weile hier wohnen, gehe ich hin, stelle mich vor und unterhalte mich mit den Leuten“, erzählt der Ortschef.
„Neubaugebiete nicht zu groß ausweisen“
Bei diesen Gesprächen weise er auch gleich darauf hin, welche Angebote es im Ort gebe und wo man mal hingehen könne, um Einheimische zu treffen und mit ihnen Kontakt zu knüpfen. „Das klappt recht gut“, ist seine Erfahrung.
Außerdem, findet Mankel, sei es besser, Neubaugebiete nicht zu groß auszuweisen, so, wie das vor ungefähr 20 Jahren der Fall gewesen sei. „Dann kommen zu viele Neubürger auf einmal und sie ins Dorfgeschehen einzubeziehen, ist dann schwierig“, hat er herausgefunden. . interview
