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Hochborn 

Schmuckes Dorf zum Wohlfühlen

28.07.2010 - HOCHBORN

Von Manfred Janß

GEMEINDE-CHECK Hochborn punktet vor allem mit Ortsbild / Einkaufen bald ein Mal die Woche möglich

Das kleine Dörfchen an der Grenze zur VG Alzey-Land hat schon lange nichts mehr mit dem einstigen „Blödesheim“ zu tun. Die Gemeinde hat sich zu einem schmucken Örtchen entwickelt und das honorieren die Bewohner offensichtlich. „Wir arbeiten aber auch ständig daran“, lässt Ortschef Herwarth Mankel verlauten. Die Bellengasse wird derzeit saniert, die übrigen Ortsstraßen sollen laut Ortsbürgermeister nach und nach folgen, der Dorfplatz mit dem Brunnen ist bereits ein Hingucker. Darüber hinaus sind mittelfristig noch eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, um das Ortsbild noch attraktiver zu gestalten.

An den Einkaufsmöglichkeiten vor Ort wird sich dagegen wohl wenig ändern. „Einen Investor für einen Supermarkt für den Standort Hochborn zu begeistern, wird schwierig“, meint Herwarth Mankel scherzhaft. Dennoch soll sich bald etwas ändern, insbesondere für die älteren Bürger, die nicht mehr so mobil sind, dürfte das angenehm sein. „Nach intensiven Gesprächen“, berichtet der Ortschef, „wird es ein Mal die Woche einen mobilen Stand geben, an dem man Brot, Wurst, Käse und andere Lebensmittel einkaufen kann. Wenn sich das gut bewährt, könnte der unter Umständen auch öfter geöffnet sein.“ In Hochborn einzukaufen, soll laut Mankel erstmals nach der Sommerpause möglich sein.

Ortschef teilt Kritik an ÖPNV nicht

Nicht nachvollziehen kann der Ortschef allerdings die schlechte Benotung bei der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. „Es gibt Ruftaxiverbindungen nach Worms und Alzey, vor allem letztere wird sehr gut angenommen. Deshalb verstehe ich da die Kritik nicht so ganz. Gemessen an der Größe und der Lage von Hochborn finde ich auch die Busverbindungen in Ordnung“, meint er.

Keinen eigenen Kindergarten im Ort sowie seit vielen Jahren auch keine Schule mehr und trotzdem gute Noten für diesen Punkt - wie geht das? „Das liegt am guten Angebot in der Nachbarschaft“, erklärt der Ortsbürgermeister. Die Grundschüler gehen in die Otto-Hahn-Schule nach Westhofen, weiterführende Schulen mit Realschule plus und Gymnasien stehen in Alzey zur Verfügung. „Das läuft sehr gut“, betont Mankel. Beim Kindergartenangebot habe Hochborn gute Beziehungen zum benachbarten Gau-Heppenheim. „Wir beteiligen uns beim Kindergarten seit Jahren finanziell und kooperieren sehr gut miteinander. Zudem kommen die Elternvertreter des Kindergartens seit langem aus Hochborn“, erläutert der Ortsbürgermeister. Auch zwischen den Kindern gebe es mittlerweile regen Austausch, so besuchten die Gau-Heppenheimer Kindergartenkinder Hochborn beispielsweise am Sankt-Martinszug.

Dickes Lob für Engagement der Landfrauen

Was das Dorfleben anbelangt, sind die Landfrauen ein wichtiger „Motor“, die viel bewegen. „Sie bieten Sportangebote für Kinder an und auch einiges für die älteren Mitbürger“, weiß Herwarth Mankel. Die neu zugezogenen Bürger versucht er übrigens auch persönlich zu integrieren. „Wenn Leute bei uns ein Haus bauen oder kaufen und eine Weile hier wohnen, gehe ich hin, stelle mich vor und unterhalte mich mit den Leuten“, erzählt der Ortschef.

„Neubaugebiete nicht zu groß ausweisen“

Bei diesen Gesprächen weise er auch gleich darauf hin, welche Angebote es im Ort gebe und wo man mal hingehen könne, um Einheimische zu treffen und mit ihnen Kontakt zu knüpfen. „Das klappt recht gut“, ist seine Erfahrung.

Außerdem, findet Mankel, sei es besser, Neubaugebiete nicht zu groß auszuweisen, so, wie das vor ungefähr 20 Jahren der Fall gewesen sei. „Dann kommen zu viele Neubürger auf einmal und sie ins Dorfgeschehen einzubeziehen, ist dann schwierig“, hat er herausgefunden. . interview

Hochborn hat mittlerweile einige schnuckelige Ecken wie hier der Platz vor dem Rathaus mit dem markanten Brunnen. Und die Hochborner registrieren und honorieren auch die Bemühungen um ein attraktives Ortsbild.	Foto: photoagenten/Alessandro Balzarin

Hochborn hat mittlerweile einige schnuckelige Ecken wie hier der Platz vor dem Rathaus mit dem markanten Brunnen. Und die Hochborner registrieren und honorieren auch die Bemühungen um ein attraktives Ortsbild. Foto: photoagenten/Alessandro BalzarinVergrößern

WZ-SERIE

In ausführlichen Berichten stellt die Wormser Zeitung in loser Folge die Auswertung des „Gemeinde-Checks“ für die einzelnen Ortsgemeinden der VG Westhofen vor.

Die WZ-Redaktion greift dabei Kritik und Anregungen der WZ-Leser auf und schaut sich in den Gemeinden um.

ergebnis So sehen die WZ-Leser Hochborn

Im nicht repräsentativen „Gemeinde-Check“ der WZ landete das knapp 450 Einwohner zählende Hochborn mit der Gesamtnote 3,1 im guten Mittelfeld hinter Bechtheim auf Platz 4. Trotz einiger weniger Schwächen fühlen sich die Menschen dort offenbar wohl.

Die mit Abstand besten Noten - jeweils im Schnitt eine 1,8 - bekamen die Punkte Sicherheit und Sauberkeit. Die Ortsgemeinde arbeitet auch kontinuierlich daran, das Ortsbild immer weiter zu verbessern.

Mit 2,5 im Durchschnitt gab es auch beim Punkt Schulangebot gute Noten - obwohl es in Hochborn schon lange keine Schule mehr gibt. Dafür gibt es aber gute Angebote in der Nachbarschaft.

Die Angebote für Senioren bewerteten die Hochborner mit der Gesamtnote 2,7. Das liegt vor allem an den rührigen Landfrauen, die immer wieder etwas für die älteren Mitbürger auf die Beine stellen.

Hochborn sei familienfreundlich, finden die meisten Leser, die sich beteiligt hatten und honorierten das mit der Gesamtnote 2,8. Die Noten „Mangelhaft“ oder gar „Ungenügend“ gab es nicht.

Eine glatte 3,0 gab es für das Kindergartenangebot, obwohl die Gemeinde, wie bei der Schule, über keine eigenen Angebote verfügt. Doch auch hier sind die Angebote der Nachbarschaft offenbar in Ordnung.

Kurz dahinter mit der Durchschnittsnote 3,1 landete die allgemeine Lebensqualität. Im Großen und Ganzen gesehen, finden die Hochborner, lässt es sich im Ort leben.

Jeweils mit einer 3,6 in der Gesamtbewertung werden die Verkehrsbelastung und die Angebote für die Jugend gesehen. Letzteres hängt wohl mit der Größe der Gemeinde zusammen, beim Verkehr kommt es offenbar darauf an, wo im Ort die betreffenden Leute wohnen.

Bei den Sportangeboten kann Hochborn naturgemäß nicht mit großen Gemeinden konkurrieren, was sich in der Gesamtnote 3,8 niederschlägt.

Schlecht kommt die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr mit einer 4,1 im Schnitt weg. Da aber bei den Einzelnoten „Befriedigend“ am meisten vergeben wurde, kommt es wohl jeweils auf die individuellen Bedürfnisse an.

Schlusslicht bei den Bewertungskriterien sind mit einer 4,8 im Mittel die Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Dass Hochborn aber einem Supermarkt mit Vollsortiment bekommen wird, ist eher unwahrscheinlich.

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