„Ha-Weier“ feiern „ihre“ Musik
12.07.2010 - HANGEN-WEISHEIM
Von Angela Zimmermann
GEBURTSTAG Hangen-Weisheimer Band „Witzun“besteht seit zehn Jahren / Name ist Programm
Wenn eine Keltenmusikgruppe Geburtstag feiert, dann richtig. Auch „Witzun“ wissen, wie’s geht. Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens hatten sie in den „Romantikhof“ der Familie Hunder geladen. Das Anwesen bildete genau den richtigen Rahmen für ein zünftiges Keltenfest. Und die Hangen-Weisheimer kamen gerne, um gemeinsam mit den Musikern zu feiern. Schließlich identifizieren sich „Witzun“ 100-prozentig mit dem kleinen Örtchen. „Witzun“ nämlich heißt das Dorf im „Lorscher Codex“. Kein Wunder also, dass die Bürger in Scharen herbeieilen, wenn bei „Witzun“ gefeiert wird. Schnell wurde der Platz im Hof rar, weitere Tische und Stühle mussten herbeigeschafft werden, damit alle Gäste Platz finden konnten. Als „Witzun“ dann endlich zu Instrumenten und Mikrophonen griffen, war alles wie immer.
Schon beim ersten Ton begannen die Zuschauer mit den Füßen zu wippen. Die Musiker erzählten derweil die Geschichte vom „Schinderhannes“ und seinem Schicksal. Bei „The last unicorn“ konnte Sängerin Jacqueline Hirschler erstmals an diesem Abend die Qualität ihrer Stimme unter Beweis stellen. Auf die junge Frau ist die Gruppe besonders stolz. „Wir haben früh Jacis Potenzial erkannt“, erklärte Bandmitglied Wolfgang Rhaue. Damals war die Sängerin noch nicht volljährig, begeisterte aber trotzdem schon das Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme.
Bei einem runden Geburtstag durften auch Grüße anderer Musikgruppen nicht fehlen. Gerne überbrachte daher der Gesangverein „Sängerkranz“ Witzun das ein oder andere Ständchen. Auch hier steht gesangliche Qualität an höchster Stelle, was sie unter anderem bei „Memory“ aus dem Musical „Cats“ bewiesen. Die Zuschauer waren übrigens so angetan vom musikalischen Reigen, dass nur wenige zum Public Viewing in die Kuhkapelle enteilten.
Bei lauen Temperaturen feierten Musiker und Gäste bis tief in die Nacht. Für Kurzweil sorgten auch „Two of us“ als „Geburtstagsüberraschung“ und die „Wonnegeier“. Die männlichen Besucher kamen mit „Kalysha“, im richtigen Leben Franziska Rhaue, auch visuell auf ihre Kosten. Im orientalischen Kostüm verzauberte sie die Männerwelt mit heißen Bewegungen. Mit anbrechender Dunkelheit machte der Hof seinem Namen alle Ehre. Bunte Li!chterketten verstärkten das romantische Ambiente. Hoch oben am Himmel zuckten fortwährend Blitze, doch davon ließen sich die Musiker nicht aus der Ruhe bringen. Bei „What’s up“ sorgte Sängerin Jacqueline für Gänsehaut. Im Publikum wurden Feuerzeuge verteilt, die bald ein Meer von kleinen Flämmchen bildeten.
Natürlich durfte auch das Bekenntnis an „Ha-Wei“ nicht fehlen. Auch bei den Zuschauern ist „Unter dem roten Ton“ offenkundig sehr beliebt, was sich am lautstarken Beifall äußerte, als Wolfgang Rhaue das Lied ankündigte. Nun können „Witzun“ gespannt sein, was die nächsten zehn Jahre bringen.
