Suche nach Betreiber
21.06.2010 - WACHENHEIM
Von Angela Zimmermann
ZELLERTALBAHN Bis 2014 soll Strecke Monsheim-Langmeil reaktiviert werden
Schon lange ist die Reaktivierung der Zellertalbahn auf der Strecke zwischen Monsheim und Langmeil, zwei Stationen vor Hochspeyer, im Gespräch. „Im Dezember 2014 könnte es so weit sein“, verkündete Werner Schreiner, Geschäftsführer des VRN, bei einer Informationsveranstaltung.
Alles hängt nun von den Ausschreibungen ab, die in den nächsten Tagen starten. Denn jetzt gilt es, einen Betreiber zu finden, der die gesamte Strecke des Dieselnetzes Südwest übernehmen würde. Die Ausschreibung muss EU-weit erfolgen, sodass nicht zwingend DB-Regio die Strecke zum Zuge kommt. Im nächsten Jahr, frühestens im Frühjahr, sei mit den Ergebnissen zu rechnen, erläuterte Schreiner. Entscheiden wird letztendlich die Verbandsversammlung des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd. Liegen die Angebote in dessen Budget, könnte die Strecke in den seit 1994 bestehenden Rheinland-Pfalz-Takt aufgenommen werden. Je nachdem, wie viel der potenzielle Betreiber verlangt, könnten dem Kunden Zusatzleistungen angeboten werden, etwa Züge im Abendverkehr.
Züge im Abendverkehr als Zusatzleistungen
Seit zehn Jahren verkehrt die Zellertalbahn dank des Fördervereins Eistalbahn bereits im Ausflugsverkehr. An allen Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober kann der Service in Anspruch genommen werden. Die Schienen sind also weitestgehend intakt, müssten allerdings teilweise ausgebessert und modernisiert werden, meint Schreiner. Vor allem die Bahnübergänge stellen ein Problem dar. Sie müssten gesichert werden, was weitere Kosten mit sich bringt. Außerdem mindern sie die Geschwindigkeit der Züge. „Mit jedem Bahnübergang, der noch beseitigt werden kann, steigen die Chancen einer Reaktivierung“, appellierte Schreiner an die Verantwortlichen. Für die Infrastruktur kommt der Bund auf.
Eine wichtige Voraussetzung ist erfüllt: In Monsheim ist die Strecke bereits an das elektronische Lichtsignalsystem in Neustadt angeschlossen. Ein nachträglicher Anschluss hätte Millionen verschlungen, ist sich Schreiner sicher. Bei einer Reaktivierung der Strecke würde sich die Fahrzeit von Worms nach Kaiserslautern um 20 Minuten verkürzen. Derzeit müssen Fahrgäste zunächst nach Ludwigshafen reisen, um dann dort umzusteigen. Mit der Einbindung der Strecke in den Rheinland-Pfalz-Takt würde dies hinfällig werden.
Betroffene Gemeinden sind gerüstet
Zahlreiche Bürger waren gekommen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren. „Wir kommen dem Ziel Schritt für Schritt näher“, glaubt MdB Klaus Hagemann (SPD). Auf Landesebene stelle sich die Frage, wie viel Geld für den Verkehr in die Kassen fließe, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp. Eine Einbindung in den Rheinland-Pfalz-Takt würde positive Entwicklungen für die betroffenen Gemeinden mit sich bringen, ist sich VG-Bürgermeister Ralph Bothe sicher. Diese sind gerüstet: Die Bahnsteige wurden für einen barrierefreien Zustieg umgebaut.
