Risse im Dachträger: Engelsberghalle in Offstein wird saniert
20.01.2012 - OFFSTEIN
Von Manfred Janß
Die hölzernen Träger, die das Dach der 2001 eingeweihten Engelsberghalle tragen, haben Risse und haben sich leicht durchgebogen. Die Risse seien im Sommer letzten Jahres entdeckt worden, berichtete Verbandsbürgermeister Ralph Bothe auf WZ-Anfrage. Die Träger sollen aber umgehend, also im Februar oder März, saniert werden. Die Halle gehört der VG Monsheim.
„Wenn das Wetter so bleibt und es nicht schneit, bestehen überhaupt keine Bedenken, es kann absolut nichts passieren. Das haben uns Fachleute versichert. Sollte es doch noch anfangen zu schneien und viel Schnee auf dem Dach lasten, besteht zwar ebenfalls keine akute Gefahr, aber dann werden wir die Halle sicherheitshalber trotzdem schließen. Das wissen die Vereine auch“, sagte er weiter. Ob die Risse vorher schon da gewesen oder erst in den beiden schneereichen letzten Wintern durch die Last auf dem Dach entstanden seien, lasse sich aber nicht mehr feststellen. „Die Situation in der Engelsberghalle ist aber mit Bad Reichenhall überhaupt nicht vergleichbar. Dennoch gehen wir natürlich auf Nummer sicher und wollen jedes Risiko ausschließen“, erklärte der VG-Chef.
Die Risse haben sich an den Stellen gebildet, an denen die Löcher für die Rohre der Belüftungsanlage gebohrt sind und das Material schwächer ist als drumherum. „Diese Löcher sind aber nicht nachträglich gebohrt worden, sondern waren von Anfang an vom Hersteller so vorgesehen“, informierte Ralph Bothe. Für Stabilität sollen Eisenstäbe sorgen, die in die hölzernen Träger eingelassen sind. „Wir wissen aber nicht, wie stark diese Stäbe sind und ob sie ausreichen. Das muss erst geprüft werden“, erklärte er weiter.
Wichtig sind dieses und die bereits erstellten Gutachten auch für die Frage, wer für den Schaden haftet. Infrage kommen sowohl der Architekt, der Statiker als auch der Hersteller der Träger. Da die Risse noch 2011 entdeckt worden seien, seien mögliche Forderungen seitens der Verbandsgemeinde noch nicht verjährt, berichtete Bothe. 2012 wäre zu spät gewesen. Immerhin geht es um 40 000 bis 50 000 Euro, die die Sanierung laut VG-Chef voraussichtlich kostet. Die Balken sind sogenannte Leimbinderträger, auf eine Sanierung verstehen sich nur ganz wenige Spezialisten. „Wir haben uns dabei von den Technischen Hochschulen in Darmstadt und Karlsruhe beraten lassen“, berichtete Bothe. Auf die Ausschreibung hin gab es drei Angebote, die zunächst im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden. Am 2. Februar vergibt der Verbandsgemeinderat den Auftrag.
Aufwendiges Verfahren macht Sanierung teuer
Was die Sanierung ebenfalls so teuer macht, ist das Verfahren, das dafür Anwendung findet. „Es gab zwei Vorschläge, einmal eine außenliegende und zum anderen eine innenliegende Sanierung. Wir haben uns für die Außensanierung entschieden“, sagte Bothe. Damit verbunden ist, dass die Balken von unten her in ihre ursprüngliche Position gedrückt werden. „Das Gewicht muss deshalb gut verteilt werden, damit der Hallenboden nicht beschädigt wird. Das ist sehr aufwendig“, erläuterte der VG-Chef.
Bei den Gutachten sei im Übrigen auch geprüft worden, ob das Gewicht der Photovoltaikanlage auf einem Teil des Daches etwas mit den Rissen zu tun habe. „Es hat sich aber herausgestellt, dass diese Zusatzlast nur minimal ist und auf die Träger keine Auswirkung hat“, erklärte Bothe.
Zur Sicherheit hat die VG die Schlösser zur Halle ausgetauscht und einen Schließdienst eingesetzt. „Wir wussten nicht, wer alles Schlüssel besitzt und in die Halle kann. Wir wollten aber die Vereine aus der Verantwortung nehmen und sicherstellen, dass niemand hinein kann, wenn die Halle gesperrt werden müsste“, begründete der VG-Chef.
