Freitag, 12. März 2010 16:14 Uhr
URL: http://www.wormser-zeitung.de/region/vg-monsheim/monsheim/6297173.htm

Wormser Zeitung

Monsheim 

Keine Vereinigung von Handy-Gegnern

16.03.2006 - MONSHEIM

Von Vera Konersmann

BI informiert über Auswirkungen des Mobilfunks/Bothe: Verbandsgemeinde im Zwiespalt

MONSHEIM/KRIEGSHEIM Um die Auswirkungen des Mobilfunks ging es in einer Informationsveranstaltung, zu der die Bürgerinitiatve gegen die Errichtung einer Mobilfunkanlage für den UMTS-Sendebetrieb des Mobilfunkanbieters O2 eingeladen hatte.

"Die Bevölkerung hat diesen Mast einfach vor die Nase gesetzt bekommen, obwohl dieser Sender ja vor allem die Bürger der Verbandsgemeinde betrifft", betonte Ludger Dierkes, Sprecher der Initiative. Es könne nicht sein, dass es sogar für die Farbe der Dachziegeln in einem Baugebiet eine Regelung gebe, aber bei der Erichtung eines Sendemastes weder Bürger noch Kommunalpolitiker Mitspracherecht hätten. Die Initiative hatte nun eingeladen zu einem Vortrag, bei dem Diplomphysiker Dr. Volker Schorpp über Mobilfunk und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt referierte. Die Bürgerinitiative habe inzwischen über 500 Unterschriften gegen die Anlage gesammelt, erklärte der BI-Sprecher. Die Initiative verstehe sich aber nicht als Vereinigung von Handygegnern. Die Mitglieder forderten vielmehr einen vertretbaren Umgang mit dieser Technologie. So wie Dierkes dachten am Dienstagabend viele Monsheimer und waren zu der Informationsveranstaltung in der Güterhalle am Bahnhof gekommen. Unter den Interessierten waren auch Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck und Verbandsbürgermeister Ralph Bothe, für deren Unterstützung sich die Initiative bedankte. Bothe stellte dar, in welchem Zwiespalt sich die Verbandsgemeinde befinde: Einwohnern solle die Möglichkeit gegeben werden, Mobiltelefone zu nutzen, andererseits sei der Standort der Sendeanlage nicht nur aus ortsbildprägenden Gründen schlecht gewählt. Dr. Volker Schorpp vom "Puls-Schlag Mobilfunk-Bürgerforum aus Karlsruhe" klärte über die Risiken der von Handymasten verursachten elektromagnetischen Strahlung auf. Er erläuterte die Technik der Sendeanlagen und wählte zur Verdeutlichung auch einprägsame Beispiele: "Würde man elektromagnetische Strahlung in hörbare Strahlung umwandeln, wäre jeder Sendemast lauter als ein startender Düsenjet." Auch auf mögliche Gesundheitsgefährdungen ging er ein. Er selbst sei betroffen, stellte er dar, nachdem in seiner unmittelbaren Nachbarschaft drei Masten auf einem Dach errichtet worden seien, wäre er erkrankt. Schorpp verwies auf die Gefahr, an Krebs zu erkranken, und führte eine Studie an, bei der fünf Hausärzte im Zeitraum von zehn Jahren eine Statistik über die Zahl von Krebserkrankten erstellt hatten. Hier sei deutlich gworden, dass sich seit der Errichtung eines Sendemastes für dort lebende Menschen das Krebsrisiko verdoppelt habe. Nach dem Vortrag konnten sich die Zuhörer am Informationsstand des Karlsruher Bürgerforums weiter informieren.


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