Von Claudia Wößner
Monsheimer Mennoniten renovieren Kirche in Eigenleistung / Innenraum erstrahlt in Gelb
VG Jakob Fehr stürmt die neue Treppe hoch, ein paar Schritte noch durch die Diele - und schon steht er mitten in der "neuen" Kirche. Und das, obwohl das Gotteshaus eigentlich schon fast 200 Jahre alt ist. Der Pfarrer der Monsheimer Mennonitengemeinde weiß gar nicht, wo er anfangen soll, so viel hat die Gemeinde hier in den letzten Wochen renoviert und saniert. Im Frühling dieses Jahres kam in einer Vorstandssitzung der Gemeinde der Gedanke auf, dass in der Mennonitenkirche wieder etwas passieren müsste. Die Gemeindemitglieder diskutierten noch ein wenig, aber schnell war klar: Das Gotteshaus in der Hauptstraße soll renoviert werden - und zwar in Eigenleistung. Denn schließlich ist Geld auch bei der Mennonitengemeinde ein knappes Gut. Und so machten sich zahlreiche freiwillige Helfer im Sommer ans Werk. Außerordentlich fleißig verbrachten sie Stunde um Stunde in der Kirche und legten sich für ihre Gemeinde richtig ins Zeug. Unter der Leitung des Architekten Harry Unger aus Frankenthal wurde kräftig "rangeklotzt". Während die ehrenamtlichen Bauarbeiter und Handwerker mit Pinsel und Hammer an die Arbeit gingen, wurden die Gottesdienste der Mennonitengemeinde so lange in der evangelischen Kirche abgehalten. Gelb statt Blau "Wir haben dort zusammen unseren Gottesdienst gefeiert, sind dann zurück in unsere Kirche und haben diskutiert, was wir alles machen und wie wir es machen", erinnert sich Pfarrer Jakob Fehr lachend an die Zeit der Bauarbeiten im Sommer. Manchmal habe es dabei zwar einige Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber letzten Endes hätten sich die Gläubigen dann doch geeinigt. So etwa auch auf den neuen Anstrich des Innenraums. Angeregt von Architekt Harry Unger erstrahlt das Kircheninnere jetzt in Gelb anstatt in einem eher kühlen Blau wie zuvor. Doch mit einem neuen Anstrich war es bei Weitem noch nicht getan. Es waren jede Menge Anschaffungen notwendig. Die alten ungemütlichen Sitzbänke wurden durch deutlich bequemere Holzbänke ausgetauscht, eine Fußbodenheizung wurde eingebaut und das morsche Holz unter den Bänken durch Fliesen ersetzt. Pfarrer Jakob Fehr wird es bei so viel neuer Gemütlichkeit schon fast unheimlich: "Ich hoffe, dass die Leute jetzt beim Gottesdienst nicht einschlafen", scherzt der Kanadier. Früher sei das Einschlafen überhaupt kein Thema gewesen, dafür sei es schlicht zu unbequem gewesen. Einweihung am 1. Advent Außerdem hat die Gemeinde neue Gesangbücher angeschafft. Zum Verstauen von Utensilien finden sich nunmehr auch allerlei Schränke im Innenraum, die gleich neben der neuen Leinwand für den Beamer Platz gefunden haben. Und auch Pfarrer Jakob Fehr hat profitiert: Er hat eine Kanzel bekommen, dezent in Grautönen gehalten. Daneben haben die vielen fleißigen Helfer zudem etwas für die Beleuchtung im Kircheninneren getan. Die drei alten Lampen wurden um vier weitere Leuchten ergänzt. Doch nicht nur in der Kirche selbst waren die Handwerker aktiv. Auch für den Außenbereich hatten Architekt Unger, Pfarrer Fehr und die Helfer-Mannschaft zahlreiche Ideen, die es galt, in die Tat umzusetzen. Besonders wichtig war dabei vor allem, dem Gotteshaus auch von außen wieder ein neues Aussehen zu verpassen. "Nachdem nebenan ein Haus abgerissen wurde, haben wir erst wirklich gesehen, wie notwendig das ist", erinnert sich Pfarrer Fehr. Nun erstrahlt die Mennonitenkirche wieder in neuem Glanz, man kann sie kaum noch verfehlen. Außerdem legte die Gemeinde einen behindertengerechten Zugang zu der Kirche an und erneuerte die alte, völlig ausgetretene Treppe gleich nebenan. Zusätzlich kümmerte sich das Helferteam draußen um die Grünanlage. Am ersten Advent wird die "neue" Kirche nach den Umbauarbeiten offiziell mit einer kleinen Feier wieder eingeweiht.
