Auf schlagkräftiges Team ist Verlass
15.11.2010 - MONSHEIM
Von Karl M. Wirthwein
FEUERWEHR-ÜBUNG Monsheimer Brandschützer zeigen, was sie können
Sehr zufrieden hat sich die Führungsriege mit den Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Monsheim während der Jahresabschlussübung gezeigt. Die Männer, die unter der Einsatzleitung des Monsheimer Wehrführers Stefan Matthes ausgerückt waren, hatten es diesmal mit einem Verkehrsunfall zu tun.
Eingeklemmte Verletzte nach Kollision
Die fiktive Situation: Aus der Rieslingstraße, die eigentlich eine Einbahnstraße ist, war ein Auto mit erhöhter Geschwindigkeit entgegen der Fahrtrichtung herausgefahren und auf ein Fahrzeug gestoßen, das aus der Burgunderstraße gekommen war. Der Aufprall war so heftig, dass das zweite Fahrzeug auf die Fahrerseite kippte. Die Bilanz: Drei Verletzte, zum Teil schwer, und jede Menge Blechschaden. Gleich nach dem „Aufprall“ ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Nach nur wenigen Minuten waren die ersten Blaulichter zu sehen. Insgesamt 22 Einsatzkräfte nebst Rettungspersonal und Notarzt des DRK waren im Einsatz.
Konzentriert gingen die Lebensretter ans Werk. Die Fahrzeuge waren so zerbeult, dass die Insassen herausgeschnitten werden mussten. Zudem wurde das Dach eines der Fahrzeuge abgetrennt, um so die Verletzten besser herausholen zu können. Auch wenn die Rettungsmaßnahmen für den Laien im ersten Moment nicht als zügig wahrgenommen wurden, verlief alles nach Plan. Denn: „Die Feuerwehr unterscheidet zwischen schonender Rettung und Crash-Rettung“, erklärte VG-Wehrleiter Michael Matthes. Eine „schonende Rettung“ wird meist bei Verkehrsunfällen angewandt. Dabei wird abgewogen, ob der verunglückten Person möglicherweise eine etwas längere Rettung zugemutet werden kann, wenn dadurch eine Verschlimmerung der Verletzungen vermieden werden kann. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, so, wie bei dieser Übung.
Ist der Verunglückte schwer verletzt oder sogar ein Herz- oder Atemstillstand eingetreten, bleibt zur schonenden Rettung keine Zeit. „Dann bleibt nur eine Crash-Rettung, der Verletzte muss so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug herausgeholt werden, um sein Leben zu retten, erklärte Wehrleiter Matthes weiter.
Viele „Zaungäste“ schauen den Rettern zu
Nach 39 Minuten war bei der Übung auch der dritte Verletzte aus seinem Fahrzeug befreit. „Eine vertretbare Zeit, auch im Ernstfall“, kommentierte Michael Matthes. Viele „Zaungäste“ hatten sich eingefunden, um das nachgestellte Szenario aus der Nähe zu betrachten. Die „Verletzungen“ wirkten echt aufgrund der Schminke und „Blutablagerungen“ an den Fahrzeugen. Volker Schönfeld vom Malteser Hilfsdienst hatte mit seinem Schminkteam ganze Arbeit geleistet. Ralf Geidel und Hennes Dietz vom Bauhof hatten den „Unfall“ mittels Schrottkarossen aufgebaut. Alles wirkte realistisch für die Rettungskräfte.
Bei der Abschlussbesprechung zollten Wehrleiter Michael Matthes und Wehrführer Stefan Matthes allen Beteiligten Lob. „Das war eine realistische Zeit für eine Rettung“, verdeutlichten beide Führungskräfte. Als „schlagkräftige Truppe“ bezeichnete Verbandsbürgermeister Ralph Bothe die Feuerwehr. Die Übung habe gezeigt, dass sie für den Ernstfall bestens gerüstet sei. „Auf unsere Feuerwehr ist Verlass, es ist ein Stück Sicherheit für die Bürger“, meinte auch Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck, der die Übung ebenfalls aufmerksam mitverfolgt hatte.
