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Monsheim 

Offstein, Osthofen, Eich und Monsheim in Narrenhand - Hexen übernehmen im Wonnegau das Regiment

17.02.2012 - OFFSTEIN

Von Christian Mayer, Martina und Karl M. Wirthwein

ALTWEIBERFASTNACHT Hexen übernehmen im Wonnegau das Regiment

Angriffslustige Hexen gegen kämpferische Verwaltungs-Cowboys. Beim Überfall auf das Osthofener Rathaus rauchten die Colts. „Das sind ja Zustände wie im Wilden Westen“, grinste ein Besucher. Recht hatte er, denn zur Altweiberfastnacht wurde dort der Notstand aufgerufen. Kurz vor 11 Uhr versammelten sich die Wingertshexen vom CCO vor dem Verwaltungsgebäude; im Schlepptau den Marterpfahl. Dieser sollte vor allem dem kommissarischen „Sheriff“ Wolfgang Itzerodt zum Verhängnis werden. Punkt 11.11 Uhr bliesen die Hexen zum Angriff. Tapfer verteidigten sich die Bleichgesichter. Sie hatten als Hindernis prall gefüllte Geldsäcke im Treppenhaus aufgehängt. Doch letztendlich nützte auch das nichts.

Verteidigung in Osthofen ohne Erfolg

Itzerodt schaute seinen dritten Beigeordneten Alexander Ebert an. „Haben wir noch eine Chance?“. Ebert schüttelte den Kopf: „Nein, da ist nix mehr zu machen.“ Itzerodt griff schließlich zum Colt. Doch durch die Zauberkraft der Hexen traf keine Kugel ihr Ziel - und so fielen die Schlipse der Männer. Der Ratssaal wurde zum Westernsaloon zweckentfremdet. An den Marterpfahl gebunden, mussten Itzerodt und seine Mannen diverse närrische Prüfungen bestehen. Recht schnell war indes das Kriegsbeil begraben. Schließlich wollen die Damen ja nur an Fastnacht im Rathaus regieren. „Bis Aschermittwoch sind wir längst wieder abgezogen“, versprach eine der „wilden Weiber“. Im Anschluss machten die Wingertshexen die Stadt Osthofen unsicher und fegten auf ihrem Besen durch die Geschäfte und Straßen - auf der Suche nach Geld für einen guten Zweck.

Wegezoll für Förderverein der Offsteiner Schule

In Offstein hatten die „Schnattergänse“ nicht nur das Rathaus fest in ihrer Gewalt, sondern auch die Hauptstraße. Ein Durchkommen war nur gegen einen kleinen Wegzoll in die Spendenbüchse möglich. Gesammelt wurde für den Förderverein der Offsteiner Schule. Wer seinen Beitrag geleistet hatte, bekam als Dankeschön ein Brötchen - ein klares Zeichen dafür, dass die Hexen so böse gar nicht sind. „Der überwiegende Teil hält auch an“, freute sich die Schriftführerin der „Schnattergänse“, Karin Schmitz.

Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die Hexen dann mit ihrem Schlachtruf „Hexen an die Macht!“ das Offsteiner Rathaus und übernahmen das Zepter von Ortsbürgermeister Robert Kuhn. Dieser gab sich geschlagen, trennte sich bereitwillig von der unteren Hälfte seiner Krawatte, und gab eine Runde Sekt aus. Nächstes Jahr gibt es die Rathausstürmung zum elften Mal. Dann soll es auch Lachshäppchen geben.

Von der Tatsache, dass der Monsheimer Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck ausgerechnet am Tag der Altweiberfastnacht krank war, ließen sich die Landfrauen-Hexen nicht die Laune verderben. Die geplante Rathausstürmung um 12.33 Uhr musste so zwar ins Wasser fallen; doch dafür nahmen die feierwütigen Hexen gleich die ganze Verbandsgemeinde für sich ein - auch wenn VG-Bürgermeister Ralph Bothe die Tür von innen gut zuhielt.

Die Hexen um Oberhexe Astrid Milch überlisteten Bothe dann aber doch, indem sie schlicht den Hintereingang über die Touristinformation nahmen - obligatorisches Krawatten-Abschneiden inklusive.

Während die Offsteiner „Schnattergänse“ den Autofahrern mit Brötchen Wegezoll abkauften (oben), tanzten die Landfrauenhexen in Monsheim schon um das Rathaus.	Fotos: photoagenten / Balzarin

Während die Offsteiner „Schnattergänse“ den Autofahrern mit Brötchen Wegezoll abkauften (oben), tanzten die Landfrauenhexen in Monsheim schon um das Rathaus. Fotos: photoagenten / Balzarin Vergrößern

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