22. Mai 2012 01:35 Uhr
URL: http://www.wormser-zeitung.de/region/vg-monsheim/moerstadt/9546319.htm

Wormser Zeitung

22. Mai 2012 01:35 Uhr
Seite drucken
Suche



Inhalt Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zur rechten Spalte
Mörstadt 

Der Wein ist seine Leidenschaft

21.10.2010 - MÖRSTADT

Von Manfred Janß

AUSZEICHNUNG Gerd Bogert aus Mörstadt von DLG zum zweitbesten Jungwinzer Deutschlands 2010 gekürt

Er ist erst 25 Jahre jung, doch die Leidenschaft seines Lebens hat Gerd Bogert längst gefunden: den Wein mit seinem An- und Ausbau. Neben solider Fachkenntnis hat er dabei Ideen und Visionen, steht aber doch fest mit beiden Beinen auf der heimatlichen Scholle. Daneben bleibt der sympathische junge Mann bescheiden, hat soziales Gespür und einen ausgeprägten Familiensinn.

Gut möglich, dass die Fachjury genau diese Mischung beeindruckt hat und Gerd Bogert deshalb würdig für den zweiten Platz beim bundesweiten Wettbewerb „Jungwinzer Deutschlands 2010“ der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) befand. Vor sich hat er nur die 25-jährige Ilonka Scheuring aus dem fränkischen Margetshöchheim.

Am Anfang war ein Internet-Fragebogen

Dabei nahm er den Wettbewerb anfangs gar nicht so ernst. „Ich hatte davon zum ersten Mal erfahren, als ich die Ausschreibung gelesen hab’. Da ging es erst mal nur darum, im Internet einen Fragebogen auszufüllen. Das waren Fachfragen und eine Einschätzung zu den Branchenthemen der nächsten Jahre. Ich hab’ gedacht, so ein Fragebogen, da kann man nicht viel falsch machen“, erzählt Gerd Bogert.

Umso überraschter war er, als er die Nachricht bekam, dass er bei diesem Online-Test unter den besten zehn gelandet war und zur Endrunde nach Frankfurt eingeladen wurde. „Jetzt sollte ich auch eine Auswahl an Weinen quer durch mein Sortiment einsenden“, berichtet Gerd Bogert. Bei der Endausscheidung in Frankfurt Ende September ging es dann ans „Eingemachte“. Jeder sei einzeln zur Jury hereingerufen worden. „Ich hab’ mich erst mal vorgestellt und erzählt, was ich zu Hause so alles mache. Dann kamen Fachfragen zum Weinbau und eine Blindverkostung, bei der man unter anderem die Rebsorte herausfinden musste“, schildert der junge Winzer. Nach der Prüfung seien alle nach Hause geschickt worden, ohne auch nur ein Wort über das Ergebnis zu erfahren.

„Am nächsten Tag kam ein Anruf, bei dem mir zum zweiten Platz gratuliert wurde“ erinnert sich Gerd Bogert. Wie die anderen abgeschnitten hatten, habe er erst durch die offizielle Pressemitteilung der DLG erfahren. Das sei „einfach super“ gewesen. „Wir waren alle gefrustet vom schlechten Wetter im August. Da hat dieser Anruf natürlich gut getan. Ich hatte auf einmal richtig gute Laune an dem Tag“, strahlt der Mörstädter noch heute. Auch seine Familie habe sich sehr gefreut und der Opa sei mächtig stolz auf ihn gewesen.

Neben seiner Arbeit sind ihm sozialer Zusammenhalt und die Familie ungemein wichtig. „Das ist zwar nicht immer einfach, wenn drei Generationen zusammenleben und arbeiten, aber letztendlich einfach schön“, steht für Gerd Bogert fest. Natürlich gebe es auch Diskussionen, wenn die Weinbauphilosophien aufeinanderträfen. „Aber Moderne und Tradition sollten sich ergänzen, das ist gut für den Betrieb. Denn die Jungen haben die neuen Ideen, die Älteren dagegen haben die lange Erfahrung. Von meinem Opa habe ich zum Beispiel schon viel gelernt über den Einfluss des Bodens und des Wetters auf den Wein“, bekräftigt Gerd Bogert. Er sei jedenfalls sehr froh, dass ihn Vater und Großvater in seiner Arbeit unterstützten.

Voneinander lernen, einander unterstützen

Zusammenhalt ist für ihn aber auch außerhalb der Familie ganz wichtig. Der 25-Jährige engagiert sich in zahlreichen Vereinigungen (siehe Infokasten). „Richtig was erreichen kann man nur zusammen. Wir jungen Winzer in Mörstadt empfinden uns nicht als Konkurrenten, sondern unterstützen uns gegenseitig und lernen voneinander. Und wir machen was für unseren Ort, zum Beispiel wollen wir jetzt den Weinlehrpfad weiter entwickeln“, plaudert Gerd Bogert munter über die neuen Ideen, die ihm jetzt schon ihm Kopf herumschwirren. Und sie alle drehen sich, na, worum schon: Um seine Leidenschaft, den Wein. Worum denn sonst.

Gerd Bogert begutachtet den 2010er, der nun in den Fässern des Weingutes reift.	Foto: photoagenten/Rainer Klotz

Gerd Bogert begutachtet den 2010er, der nun in den Fässern des Weingutes reift. Foto: photoagenten/Rainer KlotzVergrößern

ZUR PERSON
Nach seiner Winzerausbildung machte Gerd Bogert (25) sein Fachabitur und studierte von 2005 bis 2009 an der Fachhochschule in Geisenheim Weinbau und Oenologie.

Im elterlichen Weingut Ermarth-Bogert in Mörstadt ist er für Weinbau, Kellerwirtschaft und die Vermarktung zuständig. Dort hat er unter anderem drei Weinlinien kreiert, „Basis“ (Literweine), „Gutsweine“ und „Premiumweine“, die im Eichenholzfass reifen.

Das Weingut verfügt über eine Rebfläche von 15 Hektar. Ein Drittel der Trauben liefert es bei der Winzergenossenschaft in Monsheim ab, den Rest baut Gerd Bogert selbst aus. Abgefüllt wird davon aber nur ein Teil, der andere Teil geht als Fasswein an Großkellereien. Daneben kümmert sich der Vater, ein Landwirtschaftsmeister, um den Getreide- und den Zuckerrübenanbau.

Daneben engagiert sich Gerd Bogert als Sachverständiger für die Qualitätsweinprüfung in Alzey und ist Mitglied in der Jungwinzer-Vereinigung „Generation Riesling“. Außerdem ist er bei der Gruppierung „Junge Genossenschaftswinzer“ (JunGen) dabei, einem Zusammenschluss von Nachwuchswinzern der Winzergenossenschaften BWG Wonnegau in Monsheim und der Winzergenossenschaft Westhofen. In seinem Heimatort gehört Gerd Bogert der IG Mörstädter Winzer an.
Diesen Artikel ...
Lesezeichen anlegen bei ...
  • Favoriten
  • Mr. Wong
  • Del.icio.us
  • Linkarena
  • Digg
  • Webnews
  • Alltagz
  • Google
  • Yahoo

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu diesem Artikel zu verfassen. Die Redaktion sichtet jeden Kommentar und entscheidet, ob er freigeschaltet wird. Beleidigungen, nicht nachprüfbare Behauptungen, erkennbare Unwahrheiten und rassistische Andeutungen führen dazu, dass der Kommentar in jedem Fall nicht freigeschaltet wird. Die Kommentare sind Meinungen der Verfasser. Wir weisen darauf hin, dass alle Kommentare nach einigen Wochen automatisch wieder gelöscht werden. Hier kostenlos registrieren.

Die Kommentare sind Meinungen der Verfasser.





Börse

 

Tagesgeld-Vergleich
1 Cortal Consors
2,60 %
2 MoneYou
2,55 %
3 Bank of Scotland
2,40 %
4 Audi Bank
2,30 %
5 Volkswagen-Bank direct
2,30 %
Laufzeit:3 Monate; Betrag 10.000 EURO
Festgeld-Vergleich
1 MoneYou
2,95 %
2 VTB
2,80 %
3 Deniz
2,70 %
4 Bank of Scotland
2,60 %
5 Credit Europe
2,50 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 10.000 EURO
Ratenkredit-Vergleich
1 C&A Bank
4,99 %
2 C&A Bank
4,99 %
3 Targobank
5,49 %
4 SKG Bank
5,55 %
5 1822 direkt
5,70 %
Laufzeit:36 Monate; Betrag 10.000 EURO
Baugeld-Vergleich
1 BB-Bank
2,62 %
2 1822 direkt
2,66 %
3 Hypovereinsbank
2,66 %
4 SKG Bank
2,70 %
5 BKM - Bausparks. Mainz
2,74 %
Laufzeit:10 Jahre; Betrag 100.000 EURO

Veranstaltungen


Wetter

Mehr Wetter

Kruschel - die Kinderzeitung

Abstimmung

Rettet Christian Lindner die Bundes-FDP?




Videos

2 Wochen kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.614960193634 Sekunden