Wolken weisen Betrachtern den Weg
02.03.2010 - GIMBSHEIM
Von Angela Zimmermann
AUSSTELLUNG Maler Michael Mahla zeigt 21 rheinhessische Landschaftsformationen im Gimbsheimer Storchenschulhaus
Während draußen ein Sturm über Rheinhessen hinwegfegt, lassen Michael Mahlas "rheinhessische Landschaftsbilder" im Storchenschulhaus nichts von den Naturgewalten vermuten. In Anbetracht der Wetterlage wirken sie geradezu unschuldig.
Dennoch ist es dem Wormser Maler eindrucksvoll gelungen, die prägnanten Charakteristika der Landschaft einzufangen. Sanft wölben sich die Hügel empor, stets betont durch die Mahla-typischen Wolken. Auf jedem der 21 Gemälde hat der Künstler andere Formationen abgebildet. Es ist nicht zu übersehen, dass er die "Himmelserscheinungen" jahrelang intensiv studiert hat. Denn Mahla geht zum Malen nicht ins stille Kämmerlein, sondern hält die Landschaften vor Ort auf Papier fest. Bei größeren Formaten nimmt er Fotografien und Skizzen zu Hilfe, denn riesige Leinwände kann der Künstler auf seinem Rad nicht transportieren.
Doch zurück zu den doch recht dominanten Wolken. Sie erzeugen Spannung auf dem Bild, da sie durch ihre Dynamik einen Kontrast zu den ruhigen Weinbergen und Hügeln bilden. Mahlas Darstellung des Rheins bei Rheindürkheim besticht durch Wolkenformationen, die die Flusskurve aufnehmen und ihr folgen. Der Rhein wirkt in seinem dunklen Grau geradezu trist zwischen den hellgrünen Auen. Doch Mahlas Werke sind selten reale Abbildungen der Landschaft. Er beschreibt sie als "platonische", also gedachte Darstellungen. Obwohl Details wie Strommasten, Überlandkabel oder Asphaltwege fehlen, ist dennoch genau zu erkennen, an welcher Stelle der Künstler gesessen hat, um sein Werk anzufertigen. Seine Darstellungen verdienen das Attribut der "idealisierten Landschaft", möglichst ohne erkennbare menschliche Einflüsse. Eine absolute Konsequenz kann man dem Maler hierfür allerdings nicht unterstellen, denn er sei sich stets der Anwesenheit des Menschlichen bewusst, versichert er. Und das drückt sich dann auch in manchen Bildern aus. Mal steht eine Traktor-Rolle einsam am Wegesrand, mal pflückt ein Mädchen auf einer Wiese Blumen. Im Hintergrund verläuft der Rhein in seiner ursprünglichen Form, mit unregelmäßigen Kurven und Bögen.
Das Weiche der rheinhessischen Landschaft betont Mahla durch zarte Farben. Grün in allen Varianten ist dabei dominant.
Typisch für den Künstler: Noch vor der Ausstellungseröffnung sitzt er vor der Staffelei und perfektioniert eines seiner Werke. Er sei Sonntagsmaler, erklärt er schmunzelnd.
