Eicher eher gegen Osthofen
17.06.2010 - EICH
Von Manfred Janß
FUSION Umfrage von Grünen-Sprecher Pichl
Animiert durch die Umfrage der WZ zur Stimmungslage unter der Bevölkerung in Sachen Verwaltungsreform hatte auch Gustav Pichl, Sprecher der Grünen Liste Altrhein (GLA), seinerseits eine Umfrage in Eich gestartet. Die GLA habe dies aber nicht aus einer politischen Motivation heraus getan, es sei ausschließlich darum gegangen, ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung zu erhalten, betont er.
Er sei mit Parteikollegen, wie er der WZ erzählte, von Haustür zu Haustür gegangen und habe insgesamt 220 Eicher Bürgerinnen und Bürger gefragt, ob sie einen Zusammenschluss der VG Eich mit der Stadt Osthofen gut fänden. Das Ergebnis: „Wohl wissend, dass unsere Umfrage keineswegs repräsentativ ist, ist es doch erstaunlich, dass sich 68 Prozent der Befragten gegen eine Fusion mit Osthofen ausgesprochen haben.“ Die Reaktionen auf die Umfrage an sich seien aber ganz überwiegend positiv gewesen, fügte Pichl hinzu.
Er selbst hält im Übrigen auch nichts von der Zusammenlegung großer Gemeinden. „Kleinere Verwaltungseinheiten sind kostengünstiger, flexibler und bürgernäher. Sie tragen entscheidend zur Identifikation der Bürger mit ihrer Verwaltung bei“, ist Gustav Pichl überzeugt. Das, wie er sich ausdrückt, „Suggerieren von Synergieeffekten“ bei einer Fusion seitens der verantwortlichen Politiker ist für ihn keinesfalls nachvollziehbar. Zudem, argumentiert der Grünen-Sprecher, hätten höchste Gerichte festgestellt, dass wirtschaftliche Grundsätze niemals vorrangige Anliegen einer Verwaltungsreform sein könnten. Pichl ist vielmehr davon überzeugt, dass bei den bisherigen Gesprächen über eine Fusion der VG Eich und der Stadt Osthofen „gegenüber den Bürgern Fakten verschleiert und Tatsachen vorenthalten worden sind“. So habe zum Beispiel niemand öffentlich darüber gesprochen, dass die VG Eich dann auch die Schulden der Stadt Osthofen übernehmen müsste, erklärte der Grünen-Sprecher gegenüber der WZ. Aber: „Es gibt auch in Eich durchaus Leute, die über den Tellerrand gucken und denen man nichts vormachen kann“, hat Pichl bei der Umfrage festgestellt.
Für ihn erfolgt die jetzt anstehende Gebietsreform auch „keinesfalls aus dem Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach Verbesserung der Verwaltungsstrukturen vor Ort, sondern allein aus landespolitischen Erwägungen“. Gebietsreformen lassen sich nach Pichls Überzeugung auch „nicht einfach auf der Basis von Flächen und Einwohnerzahlen planen“. Zudem spricht er sich wie viele andere auch dafür aus, dass „historisch gewachsene Strukturen und deren besondere geografische Lage berücksichtigt werden“. Eine Reform dürfe daneben auch keinesfalls an bestehenden Kreisgrenzen scheitern, genauso wie der Fortbestand einer VG „an der Drohung einer obrigkeitsstaatlichen Zwangsfusion“.
