Sonntag, 12. Februar 2012 07:11 Uhr
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Wormser Zeitung

Rheinhessen 

Spielfreude gibt Rhythmus vor

16.06.2010 - BINGEN/RHEINHESSEN

Von Christopher Mühleck

ROCK-N-POP-YOUNGSTERS Sieger-Band „Common Braxas“ aus Bingen will mit Plattenvertrag richtig durchstarten



Sie haben den Thron des „Rock´n Pop-Youngsters“ bestiegen und stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Warum Piraten besser „Arrr“ rufen, sie in der Google-Trefferliste auf Platz eins rangieren und der „Coffee Love Song“ nicht viel mit Kaffee zu tun hat, erzählen die vier sympathischen Jungs im AZ-Gespräch.

Schubladen? Sind nicht ihr Ding. Erfolg? Nehmen sie gerne als Visitenkarte für kommende Auftritte. Und Konzerte? „Da herrscht bei uns Spiellaune pur! Wir wollen nach den Ferien richtig Gas geben“, ist die einhellige Meinung von Christian, Markus, Tim und Yannick, die sich die kryptische Formel „Common Braxas“ auf die Fahnen geschrieben haben. Nach dem Gewinn des Rock´n Pop-Youngsters-Wettbewerb im Mai diesen Jahres hat sich nicht viel für das Quartett geändert. „Allerdings ist es schon ein komisches Gefühl und irgendwie witzig, wenn hinter einem getuschelt wird und man dann hört, man sei doch ,der mit dem Plattenvertrag‘“, schmunzelt Yannick, 17, Schüler am Stefan-George-Gymnasium und Lead-Sänger der Combo ohne Kategorie.

Tippt man die Lettern des Bandnamens in die Googlesche Suchmaske ein, zuckt der Bildschirm kurz und der Ladevorgang gibt den Bandnamen samt MySpace-Präsenz als ersten Treffer in der Liste preis. „Das war der Grund, warum die Wahl auf ,Common Braxas‘ fiel. Etwas was nicht jeder hat, was Ausgefallenes, was schnell zu finden und gut wiederzuerkennen ist“, erteilen Schlagzeuger Tim, 19, und Yannick wilden Spekulationen um einen tieferen Sinn eine Absage. Denn aus dem Rahmen fallen die Binger allemal. Nicht nur, dass sie sich gegen jegliche Kategorisierung und enge Etiketten wehren. Sie machen ihr Ding. Das spürt man. Und fühlen sie sich dabei gut? Mehr als das, weil, sagt Christian, trockenhumoriger Bassist und Nebenerwerbs-Systemgastronom „ich mit der Musik einfach eine Stunde lang die Leute unterhalten möchte, so wie ich unterhalten werden will“. „Wenn ich mittags heimkomme, dann will ich Stress abbauen und Spaß haben oder Dinge verarbeiten“, skizziert Yannick die einfache Formel, die beim Wettbewerbsfinale im Ingelheimer Jugendhaus möglicherweise den entscheidenden Ausschlag gegeben hat. „Ich denke, der Sieg dort war verdient, wobei es immer verdammt stark an der Tagesform liegt. Wir haben alle nicht damit gerechnet, aber doch sehr darauf gehofft, was die Sache umso geiler macht“, grinst Gitarrist Markus beim Zusammenfassen der R‘nP-Impressionen, die sich über den Durchmarsch der Ausnahme-Kapelle vom Binger HDJ über das Nieder-Olmer Halbfinale bis ins Finale schließlich bewahrheiteten.

Sphärisch? Tanzbar? Melodiös? Mehrstimmig? Abwechslungsreich? Auf die Fresse? „Ja, alles“, sagt Tim bei der Beschreibung dessen, was Publikum und Jury vom Talent und der Spielfreude der Vier überzeugten - ihre Musik. „Breathe Reality“, Dance digga“, „Coffee Love Song“, „For My Creation“ titeln die nachdenklichen, direkten, tiefgründigen und emotionalen Machwerke aus dem Repertoire der Braxas-Schmiede, die auf dem Bundesparteitag der Piraten-Partei spielte und den „Piraten“ das „Arrr“ schenkte. „In den Liedern wird alles verarbeitet, wobei es immer drauf ankommt, wer den Song schreibt. Denn das ist unterschiedlich bei uns. Hauptsache ist, dass, egal, ob es zehn oder 400 Leute vor der Bühne sind, wir immer noch ne Schippe drauflegen und unsere Fans und Gäste auf jeden Fall mit in die Performance einbeziehen“, verrät Tim die Rezeptur der Braxas-Apotheke für Konzert-Junkies, Musikliebhaber und Live-Gig-Ignoranten.

Denn so haben die „Common Braxas“ begonnen - Live und spontan auf einem Benefizkonzert. Das war 2008 mit einem einstündigen Coverprogramm. Bis jetzt sind rund 40 Konzerte zusammen gekommen. Nach mehreren Studio-Schnupperbesuchen hofft das Quartett nun, mit dem Gratisaufenthalt im Mainzer AAE-Studio, als Preis des gewonnen Wettbewerbs, auf eine Visitenkarte mit exzellentem Sound.

Rockmusik als gemeinschaftsstiftendes Erlebnis, wobei auch der Spaßfaktor keinesfalls zu kurz kommt: Für die vier Jungs von „Common Braxas“ gehört der Humor zum Geschäft. Mit ihrer Spielfreude kommen sie beim Publikum entsprechend gut an.	Foto:  hbz / Jörg Henkel

Rockmusik als gemeinschaftsstiftendes Erlebnis, wobei auch der Spaßfaktor keinesfalls zu kurz kommt: Für die vier Jungs von „Common Braxas“ gehört der Humor zum Geschäft. Mit ihrer Spielfreude kommen sie beim Publikum entsprechend gut an. Foto: hbz / Jörg Henkel


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