300 Teilnehmer am Sporterlebnistag verwandeln Alzey in großen Sportplatz
22.08.2010 - ALZEY
Von Olga Krieger
Der Sportbund Rheinhessen und Rheinhessen Marketing haben die Volkerstadt am Samstag in Bewegung gebracht. Beim Sporterlebnistag haben über 300 Mitwirkende aus 17 Verbänden in der Fußgängerzone über 20 Sportarten präsentiert und verwandelten so die Stadt in einen großen Sportplatz.
In schwarz-weißen langen Gewänden stehen sich die Lanzenfechter gegenüber und schwingen lange Bambusstäbe gekonnt in der Luft. Mit einem lauten Schrei setzt einer von ihnen zum Angriff an und beide verbeugen sich anschließend. „In diesem Fall war der Angriff, der vorher vom Fechter angesagt und danach auch noch korrekt ausgeführt werden muss, erfolgreich“, erklärt Vera Impekoven.
Exotische Kampfsportart lockt Schaulustige an
Naginata heißt die japanische Sportart des Lanzenfechtens, die man beim Sporterlebnistag in Alzey neben vielen anderen interessanten Sportarten zu sehen bekam und oft auch selbst ausprobieren durfte. Ines Klose ist in der deutschen Nationalmannschaft des Naginata-Kaders und betriebt diese außergewöhnliche Sportart, bei der man mit 2,10 bis 2,25 langen Bambuslanzen versuchen muss, den Gegner an den geschützten Stellen des Kopfe, des Bauches sowie der Handgelenke und Schienbeine zu treffen. „Als ich damals in Mainz angefangen habe zu studieren, wollte ich unbedingt Sport treiben. Also nahm ich mir die Liste und suchte mir einfach das Exotischste an, was ich finden konnte“, berichtet die Betreiberin der Samuraisportart.
Etwas weiter hört man den Applaus und sieht die staunenden Gesichter der Kinder, die den Profis beim Kartfahren zusehen. Hier präsentiert sich der Motorsportverband Rheinhessen. „Die Kart-Disziplin ist bei uns sehr beliebt, wir haben momentan 17 Kinder, die aktiv an Kart-Meisterschaften teilnehmen“, berichtet Kai Bucher der Sportleiter des Motorsport Clubs Alzey. 196 Hütchen, im Fachausdruck Pylonen, hat es gebraucht um den Parcours aufzubauen. Auch der neunjährige Jonas steigt probeweise in ein Kart. Nach einer Einweisung bekommt der kleine Weinheimer noch die Strecke gezeigt und darf dann los. „Das ist toll“, schwärmt Jonas nach der Fahrt.
Ausprobieren Trumpf - auch beim Kartfahren
Er ist extra für den Sporterlebnistag in die Innenstadt gekommen und probiert mit seinem Vater an der Seite einige Sportarten aus. Besonders das Schießen macht ihm große Freude. Hochkonzentriert visiert er das Ziel mit dem Lichtstrahlgewehr an, mehrere Sekunden dauert es, bis er die volle Konzentration findet und abdrückt: Fünf Schuss, fünf Treffer.
Besonderer Beliebtheit bei Groß und Klein erfreut sich der „Bob auf Rollen“, der so gar nicht in das Landschaftsbild Rheinhessens passen möchte. Aufmerksam werden das Starten und Bremsen der Bobfahrer begutachtet. „Wir haben schon an die 100 Kinder mitfahren lassen, das macht ihnen so richtig Spaß“, erzählt Frank Heilemann. Der Präsident des Skiverbandes Rheinhessen ist selbst Mitglied der siebenköpfigen Bob-Mannschaft aus Pfaffen-Schwabenheim, die auch bei Senioren-Europameisterschaften startet. Die Idee dazu kam bei der Vorbereitung zu einem Fastnachtsumzug: „Wir wollten damals das Thema Bobfahren darstellen und hatten auch schon einen Bob aus Pappmachee gebastelt, als wir erfuhren das der Olympiasieg-Bob von Rainer Lange zum Verkauf steht“, erinnert sich Heilemann. „Und als wir den dann hatte, mussten wir einfach weitermachen“, fügt er hinzu.
Dass man auch mit einer körperlichen Behinderung sportlich aktiv werden kann, zeigt der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz. Ein Rollstuhlparcours soll Interessierten beim Ausprobieren zeigen, was man mit einem Rollstuhl alles anstellen kann. „Ich habe mich schnell daran gewöhnt“, erzählt David. „Nur das Fahren bei wenig Platz ist schwierig“, ergänzt der neunjährige Alzeyer. Umrahmt wurden die sportlichen Aktivitäten von einem bunten Sport- und Show-Programm auf der Bühne am Fischmarkt.
