Sonntag, 12. Februar 2012 17:02 Uhr
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Wormser Zeitung

Rhein-Neckar 

Das Internet vergisst nichts

10.02.2010 - LUDWIGSHAFEN

DATENSCHUTZ Experten warnen vor Gefahren

Gestern fand der "Safer Internet Day" statt - ein europaweiter Aktionstag zum Thema Sicherheit im Internet. Wir sprachen dazu mit Gudrun Melzer, Referentin des EU-Projekts "klicksafe".



Was ist der "Safer Internet Day" ?

In mehr als 40 Ländern machen Veranstaltungen auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam. Mit einer breit angelegten Info-Kampagne will die Medienkompetenz-Initiative "klicksafe" insbesondere das Bewusstsein junger Online-Nutzer für den Umgang mit persönlichen Daten im Netz schärfen. Als deutscher Partner im "Safer Internet Programm" der EU unterstützt klicksafe alle Aktivitäten rund um den Safer Internet Day.



Auf welche Themen wird an diesem Tag eingegangen?

Klicksafe möchte insbesondere auf das Thema Datenschutz im Internet aufmerksam zu machen. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Internet sind umfangreiche und wichtige Themen. Längst reicht die Bandbreite über "technische" Aspekte wie Cookies, IP-Adresse und Spam-Mails hinaus. Durch das Aufkommen des Web 2.0 ergeben sich ganz neue Chancen, aber auch neue Problemfelder. Besonders bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken entstehen Probleme.



Welche Aktionen fanden in der Region diesbezüglich statt?

In Kaiserslautern gab es etwa eine Informationsveranstaltung für Eltern mit dem Titel "Generation Online -  Was machen unsere Kinder im Netz?" und verschiedene Aktionen an Schulen für mehr Sicherheit im Netz setzen. In Bad Kreuznach gab es eine Veranstaltung mit dem Thema "Let´s fight it together -  Cyberbullying". Ausgehend von einem Youtube-Video wurde das Mobbing unter Schülern mit Hilfe moderner Medien problematisiert. Auch in Mainz und anderswo gab es Angebote.



Mit welchen Themen beschäftigt sich klicksafe.de aktuell?

Wir wollen Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer zum Thema Sicherheit im Internet sensibilisieren. Dies geschieht etwa durch spezielle Flyer und anhand unseres Lehrerhandbuches "Knowhow für junge User", dass anhand von drei zusätzlichen Modulen zum Thema Cyber-Mobbing, Social Communities und Datenschutz und Persönlichkeitsrechte erweitert wurde.



Worauf sollen Schüler derzeit im Netz vor allem achten?

Vor dem Hintergrund des "Safer Internet Day" liegt unser Schwerpunkt auf den Themen Datenschutz und Persönlichkeitsrecht, insbesondere in Sozialen Netzwerken. Kinder und Jugendliche bewegen sich heute wie selbstverständlich in diesen Netzwerken; sie erfüllen wichtige Bedürfnisse der jungen Leute, sich darzustellen, heraus zu finden, wer man selbst ist und andere kennen zu lernen. Jugendlichen sollen hier möglichst viele personenbezogenen Daten, also Name und Vorname, Geburtsdatum und Wohnort angeben. Auch laden die Netzwerke dazu ein, möglichst viele Angaben zu Hobbys, Gedanken und anderen Dingen, die den Menschen charakterisieren, anzugeben. Fotos von der letzten Klassenfahrt oder feuchtfröhlichen Party werden der ganzen Welt gezeigt, ohne darüber nachzudenken, dass die Bilder vielleicht den zukünftigen Arbeitgeber erreichen könnten. Klicksafe will sowohl die jungen Leute als auch die Erwachsenen für den Umgang mit ihren Daten sensibilisieren. Daten, die einmal im Netz stehen, sind in der Regel nicht oder nur schwer zu löschen. Daher lautet die Devise "think before you post", also "denk nach bevor du etwas veröffentlichst", denn das Internet vergisst nie.



Und worauf sollten Erwachsene derzeit im Netz achten?

Eltern sollten den Einstieg ihrer Kinder in das Internet begleiten und beobachten, um ihnen bei auftretenden Problemen helfen zu können. Generell sollten sie immer ein offenes Ohr dafür haben, was ihre Kinder im Internet tun: Welche Internetanwendungen derzeit "in" sind und häufig genutzt werden. Auch Erwachsene sollten gut überlegen, welche Fotos, Videos und persönliche Informationen sie im Internet preisgeben. Denn diese persönlichen Informationen könnten etwa zum Versand von Spam-Mail genutzt werden oder sie könnten Möglichkeiten zum Cyber-Mobbing bieten. Des Weiteren könnte ein zukünftiger Arbeitgeber peinliche Fotos des Bewerbers im Internet finden und hier Konsequenzen ziehen.

Das Gespräch führte

Wolfgang Bürkle

Gudrun MelzerFoto: privat


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