Noch keine Entscheidung über Zulassung von BASF-Kartoffel
red. Die EU-Umweltminister haben ihre Entscheidung über den kommerziellen Anbau der gentechnisch veränderten BASF-Kartoffel "Amflora" vertagt. Die Stärke der Kartoffel sollte ausschließlich in technischen Anwendungen eingesetzt werden - doch nun war der Grund für die Vertagung ein neuer Zulassungsantrag des Herstellers BASF, sagte ein Sprecher der deutschen EU-Präsidentschaft in Luxemburg. Das Unternehmen wolle die Kartoffel nicht nur für die Papierherstellung, sondern auch für Tierfutter verwenden. EU-Kommission und -Ministerrat müssten daher eine neue Risikobewertung vornehmen, bevor über eine mögliche Zulassung entschieden werden könne. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hatte zuvor vor dem Anbau der ersten gentechnisch veränderten Kartoffel gewarnt. Das Erzeugnis könne "die zunehmende Gefahr der Ausprägung von Antibiotika-Resistenzen weiter verschärfen", so vzbv-Vorstand Edda Müller in Berlin. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürchtet, die Kartoffel könne ihre Resistenz gegen Antibiotika auf Magen-Darm-Bakterien übertragen, so dass bestimmte Medikamente ihre Wirksamkeit verlören. "`Amflora` ist so sicher wie jede herkömmliche Kartoffel", erklärte die BASF nach der Entscheidung. Als nachwachsender Rohstoff helfe "Amflora" Rohmaterial, Energie und Kosten zu sparen. "Pflanzenbiotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. `Amflora` ist ein perfektes Beispiel für ein innovatives Produkt, das Vorteile für die komplette Warenkette - vom Landwirt bis zum Verarbeiter - bringt", sagte Dr. Hans Kast, Geschäftsführer der BASF Plant Science. "Wir erwarten von Europas Politikern ein klares Engagement für Innovationen. Die Zulassung neuer Technologien und Produkte muss beschleunigt werden", fügte Kast hinzu. BASF Plant Science erwartet den kommerziellen Anbau zusammen mit der Stärkeindustrie und deren Vertragslandwirten 2008.
