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Rhein-Neckar 

"Kiki" glücklich im Schoß ihrer Familie

21.02.2009 - HEIDELBERG

Heidelberger Zoo gelingt Zusammenführung eines Gorilla-Mädchens mit ihrer ursprünglichen Geburtsgruppe

(red). Der Heidelberger Zoo hat etwas erreicht, was bisher nur zwei weitere Zoos in Europa gewagt haben: Einen nicht von der Mutter aufgezogenen Gorilla sehr früh wieder in seine Geburtsgruppe zurückzuführen, anstatt ihn die ersten Jahre in Menschenobhut aufwachsen zu lassen.

Die Mühe und Geduld der letzten eineinhalb Jahre hat sich wirklich gelohnt. Die Re-Integration des Gorillaweibchens "Kiki" in ihre Geburtsgruppe im Heidelberger Zoo ist erfolgreich abgeschlossen. Das Gorilla-Mädchen ist nun Tag und Nacht mit allen anderen Gruppenmitgliedern zusammen und wird als Familienmitglied voll akzeptiert. Der gesamte Integrationsprozess wurde wissenschaftlich begleitet. Alle Daten und Verhaltensweisen wurden genau dokumentiert und zusammen mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas ausgewertet. Die Europäische Spezialistengruppe für Gorillas, in der auch die Wissenschaftliche Assistentin des Heidelberger Zoos, Sandra Reichler, Mitglied ist, verfolgte und diskutierte die Integration von Kiki mit größtem Interesse. "Dass Kiki so früh wieder in ihre Geburtsgruppe zurückgeführt werden konnte, ist nicht nur wichtig für sie selbst und ihre weitere Entwicklung", erklärt Sandra Reichler, "die erfolgreiche Integration ist für das gesamte Gorilla-EEP ein großer Fortschritt. Der Heidelberger Erfolg wird sicher dazu beitragen, dass die Aufzucht nicht angenommener Jungtiere in Zukunft neue Wege geht und damit optimiert werden kann. Darauf sind wir stolz". Viele Zoobesucher können sich erinnern: Kiki wurde im Mai 2007 als erstes Kind von Gorillaweibchen "Doba" geboren. Leider hatte die junge Mutter nicht genug Milch, so dass Kiki nach einer Woche in den Armen ihrer Mutter fast verhungert wäre. Wochenlange intensivmedizinische Betreuung durch Kinderärzte und die Zootierärztin retteten ihr Leben. Doch wie sollte nun die weitere Aufzucht des erst wenige Wochen alten Gorillakindes aussehen? Vor Jahrzehnten wäre der junge Menschenaffe von den Tierpflegern oder dem Zoodirektor wie ein Menschenkind aufgezogen worden. Heute wissen wir, dass diese Art der Aufzucht in Menschenhand im späteren Leben oft große Probleme mit sich bringt. Ohne Kontakt zu Artgenossen kommt es bei handaufgezogenen Affen häufig zu Schwierigkeiten im Sozialverhalten gegenüber anderen Gruppenmitgliedern, es kann Probleme bei der Fortpflanzung geben und oft ziehen Weibchen ihre eigenen Jungtiere nicht auf.

Das Heidelberger Gorillakind Kiki wurde sofort nach ihrer Genesung täglich mehrmals von den Tierpflegern an das Gehege ihrer Familie geführt. Es gab freundliche Brummlaute und zarte Berührungen von Seiten der erwachsenen Gorillas. Dadurch brach die Bindung der Gruppe zum Jungtier nie ganz ab und auch Kiki blieb der Kontakt zu erwachsenen Gorillas vertraut. Der nächste Schritt war die Gewöhnung des jungen Gorillas an einen Käfig, der im Gorilla-Gehege installiert war. Hier konnte sie jeden Tag in geschütztem Kontakt zur Gruppe sein, sie beobachten und trotzdem von den Tierpflegern ihre Milchfläschchen bekommen. Später wurde der Käfig zur Gruppe hin geöffnet. Tag für Tag ein wenig länger, bis er nun letztendlich immer offen bleibt und Kiki ihren gesamten Tag gemeinsam mit der Gorillagruppe verbringt.

Statt die ersten Jahre ihres Lebens in Menschenobhut aufzuwachsen, darf das Gorilla-Mädchen "Kiki" zu ihrer Ursprungsfamilie zurück, die sie als vollwertiges Mitglied akzeptiert hat. Eine Familienzusammenführung, die Seltenheitswert hat.Foto: Heidelberger ZooVergrößern

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