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Rhein-Neckar 

Protest gegen Kopftuch in Schule

14.02.2009 - SPEYER

Von Susanne Müller

Lehrerin tritt Dienst in Speyer an/Schülerinnen bleiben Unterricht fern

SPEYER. In Worms hat die Einstellung einer Lehrerin muslimischen Glaubens, die im Unterricht ein Kopftuch trägt, Wellen geschlagen - die Schule, das Eleonoren-Gymnasium, hat sie abgelehnt. Nun ist die Welle der Empörung nach Speyer geschwappt: Es gibt Proteste an ihrem neuen Einsatzort.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) hat die Muslima nach Speyer an das Speyer Kolleg abgeordnet - hier trat die Lehrerin am Montag auch ihren Dienst an. Doch schon bald, nachdem sie in der Aula allen Schülern vorgestellt worden war, regte sich Protest.

Eine Stellungnahme war am Freitag dazu von der Schulleitung nicht zu erhalten, der stellvertretende Kolleg-Leiter Jochen Schneider bestätigte nur, dass die Lehrerin im Speyer Kolleg am Anfang der Woche ihre Arbeit aufgenommen habe. Die Pressesprecherin ADD, Eveline Dziendziol, zeigte sich überrascht von neuerlichen Protesten gegen die Pädagogin: "Das ist das erste, was ich höre". sagte sie auf Nachfrage dieser Zeitung.

Gesprächsbereit gegenüber dieser Zeitung waren mehrere Schülerinnen, die in Deutsch und Sozialkunde von der neuen Lehrer-Kollegin hätten unterrichtet werden sollen. Sollen. Denn einige der Schüler bleiben seit Dienstag dem Unterricht der Muslima fern. "Wir fordern, dass Staat und Religion getrennt bleiben", sagte eine der erwachsenen Kolleg-Schülerinnen auch für weitere Mitschüler - die in der Zeitung ungenannt bleiben möchte, deren Name der Redaktion aber bekannt ist.

Sie beschrieb, dass in der Schule massive Unruhe entstanden sei, dass sich Lager gebildet hätten. Einige hätten sich mit der Tatsache, dass eine Lehrerin mit Kopftuch unterrichte, abgefunden, andere wollten dies nicht hinnehmen: "Wir fordern Neutralität in der Schule". Zwar habe die Pädagogin betont, sie habe keine politischen Gründe für ihr Kopftuch-Tragen, sie werde es aber keinesfalls absetzen, da sie es aus religiösen Gründen trage. "Sie fordert aber nur von unserer Seite Toleranz, das erscheint aber unglaubwürdig, da sie nicht akzeptiert, dass ihr Verhalten bei Schülern auch anders ankommt".

Die Gründe, warum sie dem Unterricht der Muslima fernbleiben, haben die betreffenden Schüler der Schulleitung in einem Brief dargelegt. Protest haben sie auch dagegen eingelegt, dass die neue Lehrerin - so ihre Angaben - statt bisher in ihrer Klasse tätiger Lehrkräfte nun Deutsch und Sozialkunde unterrichte. Außerdem sei der Stundenplan wegen der Pädagogin nicht nachvollziehbar umgestellt worden. "Wir werden dem Unterricht der Muslima weiter fernbleiben, bis in der Schule offen über das weitere Vorgehen diskutiert wird".

Die muslimische Lehrerin Fereshta Ludin hatte 2003 in Baden-Württemberg dafür gekämpft, im Unterricht Kopftuch zu tragen. Derzeit gibt es in Speyer Protest gegen eine Kollegin.Archivfoto: dpaVergrößern

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24.02.2009 Carlo Riva, dieser Kommentator ist bei uns registriert.

Kopftuchverbot in Worms

Das hatten wir doch schon mal gehabt! Stammtischparolen machen sich breit und die Menschen applaudieren laut! Warum ist es so schwierig zu verstehen, dass RLP zu den Ländern gehört die es erlauben, dass (muslimische) Frauen nicht nach äusserlich religiösen Zeichen, sondern nach Ihren Inhalten, Intellekt, Charakter und Sozialem Verhalten beurteilt werden. Ist das nicht ganz im Sinne des freiheitlichen Denken das uns seit dem "Hambacher Schloss" prägt? Was wird stattdessen gemacht, wir beurteilen nicht, sondern verurteilen. Wir schauen was auf dem Kopf ist und nicht drunter. Wenn wir uns die letzten 50 Jahre Schullandschaft auf RLP Schulen ansehen, so haben wir bisher laut Radikalenerlass nur Menschen aus dem Schuldienst entlassen bzw. nicht eingestellt, die radikale rechte oder linke Tendenzen vorwiesen. Menschen von denen eine Gefahr fuer unsere Kinder ausging usw. Wieso fürchtet sich Deutschland, ein gefestigter Staat vor 1 qm Stoff? Es passt nicht zum Prinzip der Gleichheit, wenn wir Frauen nach dem äusserlichen verurteilen ohne mit Ihnen darüber gesprochen zu haben. Wer von denen, die hier Ihre Beurteilung und "Bravo gegen Kopftuch" abgaben, haben jemals eine muslimische Frau gefragt "Warum" Sie das trägt? Die meisten dieser Frauen tragen es aus religiöser Überzeugung und nicht aus politischer Überzeugung. In meiner Arbeit spreche ich fast täglich mich Ihnen und Sie wissen nicht mal was Sie mit der Frage: "Ist das ein politisches Zeichen fuer dich" etwas anzufangen. Besinnen wir uns doch bitte auf Para. 12 des GG, mit der Freiheit der Wahl auf einen Arbeitsplatz und Para. 4 des GG auf freie Religionsausübung!

17.02.2009 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Gratulation

Vorerst, Hut ab vor dem Mut sich gegen die "schleichende" (!?) Islamisierung im Klassenzimmer zu wehren. Alle Achtung. Trotz 68'er Umerziehungsdiktatur, Spaßpädagogik und Gutmenschentuerei. Als Vertretungslehrer und Kursleiter einer Gesamtschule, kann ich den Eindruck, den die Schüler erwecken nur bestätigen. Es findet ein Umdenken der Jugend statt. Und so unterbelichtet, wie unsere Jugend in den Medien dargestellt wird, sind sie bei langem nicht! Da werden Einzelfälle als Standard dargestellt, um sie aufs schlimmste zu verunglimpfen. Ich warte ja nur noch darauf, dass den Schülern aus Speyer rassistische (o.ä) Motive unterstellt werde. Diesen Gutmenschen fällt doch immer wieder was neues ein. Und wenn sie merken, dass unsere Jugend recht hat, zeigen wir halt mal wieder irgendwelche Komasaufbilder und alles dreht sich wieder um. Doch diese 68'er, linksgerichteten dunkelroten Gutmenschen sind eine aussterbende Rasse. Die Jugend denkt um. Und auf unserer Jugend baut unser Land auf! Doch zurück zum Thema:
"Lasst euch nicht unterkriegen oder in irgendeiner Weise verunglimpfen"

In der Hoffnung, dass auch nachfolgende Bürger dieses Landes endlich die Augen öffnen...

17.02.2009 Ogmios, dieser Kommentator ist bei uns registriert.

man stelle sich vor...

...Christen wuerden beginnen konsequent nur mehr mit Kreuzritter-Shirts durch die Gegend zu laufen, oder eine christliche Lehrerin aus "religioesen Gruenden" darauf bestehen nur in solche Aufmachung zu Unterrichten.

Was fuer ein Kasperletheater und Hass wuerde da entstehen, wenn wir Religion regieren lassen und der eine heiliger sein will wie der andere?

Religioese Gruende hin oder her, dieselben die beim Kopftuch die Toleranten spielen, waeren beim T-shirt mit Christenkreuz sie ersten empoerten.

Ich mag diese Art falsche Toleranz nicht, zumal diese Menschen "Unglaeubige" und "Fehlglaeubige" als MInderwertig betrachten sowas ist weder beispielhaft und muss im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht Schule machen !!!!

Herbert Pedron
Prag

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