Jährliche "Tier-Inventur" im Heidelberger Zoo / Fast 100 Vogelarten / Stolz auf Nachzucht-Erfolge
(red). Einmal im Jahr werden im Zoo nicht nur die Besucher gezählt, sondern auch die Tiere, Futtersäcke, Werkzeuge, Reinigungsmittel und vieles mehr. Während es bei den nicht lebenden Gegenständen meist wenig Überraschendes gibt, ist die Tierinventur für die Zoomitarbeiter immer wieder spannend. Kein Zoobewohner kann sich verstecken, nicht der kleinste Igeltanrek bleibt unentdeckt.
"Bei unseren Weißgesichtsseidenäffchen konnten wir uns auch in diesem Jahr wieder über zahlreichen Nachwuchs freuen", erklärt Johannes Peschke, wissenschaftlicher Assistent im Zoo und verantwortlich für die Tierinventur. "Leider haben wir unsere beiden züchtenden Weibchen an einer Darminfektion verloren, so dass wir nun wieder eine stabile Zuchtgruppe aufbauen werden, damit es in diesem Jahr erneut quirligen Nachwuchs gibt." Erfolgreich verlief auch die Zucht der Kugelgürteltiere. Drei Jungtiere dieser seltenen Tierart wurden geboren. Schmerzlich traf das Zooteam und viele Freunde und Besucher des Heidelberger Zoos der plötzliche Tod des Schimpansenmanns Max, der am 10. Oktober an einem Herzproblem verstarb.
Die Tierinventur einmal im Jahr dient dazu, die ständig beobachteten und notierten Veränderungen im Tierbestand mit der tatsächlichen Zählung abzugleichen und eventuelle Abweichungen zu überprüfen. Da kann es schon mal passieren, dass das Geschlecht eines Tieres kurz nach der Geburt doch falsch bestimmt worden war oder dass der Verlust einer Ente durch einen Fuchs erst bei der Inventur bemerkt wird.
Mehrere Tage mühten sich die Tierpfleger, um alle Tiere zu erfassen, aber nicht jede Tierart ist dabei so kooperativ wie zum Beispiel ein Trampeltier. Sicher, manch einen Tierpfleger kann die alljährliche Inventur eher kalt lassen, kann er doch seine Schützlinge problemlos zählen: ein Tiger, zwei Tiger, sechs Gorillas und so fort. Die flinken Rhesusaffen aber wollen nicht stillhalten und entwischen keck mal hierhin und dorthin, die Vögel fliegen durcheinander und gleichen sich dabei sehr, aber trotzdem: Alle Tiere müssen sorgfältig aufgenommen werden, auch wenn das schon mal ein paar Nerven kostet.
Das Zweizehenfaultierweibchen "Wilma" bekam mit "Fred" einen flotten Partner an ihre Seite, und seitdem sind die beiden die erklärten Stars der begehbaren Südamerika-Voliere im Vogelrevier. Die zahlenmäßig größte Gruppe machten auch im Jahre 2008 mit insgesamt 98 Arten die Vögel aus. Bei den gefiederten Zoobewohnern gab es ebenfalls einige erwähnenswerte Nachzuchten im letzten Jahr, so bei den Waldrappen und den braunen Sichlern.
Ende des alten und Anfang des neuen Jahres gab es mit den Zwergziegen bereits zahlreichen niedlichen Nachwuchs. Die Kleinen werden im Streichelgehege zu sehen sein, sobald die Temperaturen nicht mehr ganz so eisig sind. "Der Tiergarten kann insgesamt auf ein äußerst erfolgreiches Jahr in der Tierhaltung zurückblicken" so Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. "Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr so weitermachen können."
