Alte und neue Flitzer am Hockenheimring: Regionale Ausstellungen für Weltrekordler Herz
25.01.2012 - HOCKENHEIM
Von Jan Millenet
Wilhelm Herz wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Nicht nur seine Geburtsstadt Lampertheim steht daher zurzeit im Herz-Fieber. Auch das Technik-Museum in Speyer nahm sich der Motorsportlegende mit einer Ausstellung an. Doch ein Ort darf nicht vergessen werden: der Hockenheimring, einst wie eine zweite Heimat für Wilhelm Herz. Und dort gibt es einiges zu sehen. Das Motor-Sport-Museum beispielsweise begeistert nicht nur eingefleischte Rennsportfans. Und wer weiß das besser als Heinz Herz, der Sohn des Lampertheimer Ehrenbürgers? „Dort stehen Rennmaschinen aus vier Jahrzehnten - von der Vor- und Nachkriegszeit“, macht er auf das Museum neugierig. Man könne dort besonders gut die technischen Innovationen der Zweiräder entdecken: „Das ist absolut sehenswert.“
Kein Geringerer als sein Vater Wilhelm gab damals den Anreiz für das Museum, das 1986 eröffnet wurde. „Da ich das Museum von Anfang an kenne, bin ich heute noch ab und zu dort“, so Heinz Herz.
Auf 2 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche finden die Besucher über 300 Exponate aus dem Motorsport: Rennwagen, Motorräder, Formelfahrzeuge aus der jüngsten Motorsportgeschichte, aktuelle Rennmotorräder und Tourenwagen. Es präsentiere mittlerweile die größte Rennmotorradsammlung Europas, wirbt das Motor-Sport-Museum. Man findet in Hockenheim beispielsweise die voll verkleidete Gilera Quattro von 1957, eine Werksmaschine, die es heute nur noch einmal gibt.
Stopp in den Boxengassen
Auch Rennwagen aller Kategorien kann man im Motor-Sport-Museum bestaunen: Zakspeed, ATS, Minardi, Benetton und Williams aus der Formel 1 zum Beispiel. Außerdem DTM-Fahrzeuge und Formel-3-Wagen von Michael Schumacher und Nico Rosberg. Ein Höhepunkt dürften auch ein Top-Fuel-Dragster und der Porsche der ONS Streckensicherung sein. Zudem bietet das Museum weitere Fahrzeuge in wechselnden Sonderausstellungen an. Wer einmal hautnah den Geist des Rennsports erleben will, kann bei einer Insider-Führung teilnehmen. Hierbei bekommt man die Gelegenheit, mit dem eigenen Wagen die Rennstrecke abzufahren, darf sich das Siegerpodest anschauen, einen Blick von der Südtribüne werfen, wo sich auch die bekannten VIP-Lounges befinden, oder der Mercedes-Tribüne einen Besuch abstatten, die ebenfalls interessante Einblicke in die Motorsportwelt gibt.
Ein Stopp in den Boxengassen fehlt bei der Insider-Tour genauso wenig wie der Besuch des Mobil-1-Hauses, bei dem alle Fäden bei PS-Ereignissen zusammenlaufen - so gesehen das organisatorische Herz des Rings. Im Fahrerlager können die Besucher einen weiteren Hauch Rennsport einatmen. Heinz Herz empfiehlt diese Tour: „Man kennt viele Stellen aus dem Fernsehen, die man hierbei einmal direkt erlebt.“
Das Motor-Sport-Museum ist bis einschließlich 29. Februar geschlossen. Von März bis Dezember ist es täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, bei Großveranstaltungen auf der Rennstrecke auch länger. Erwachsene zahlen 6 Euro Eintritt, Jugendliche von 8 bis 17 Jahren 3 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt. Kontakt zum Motor-Sport-Museum bekommt man über die Telefonnummer 0 62 05/95 01 71 oder 95 02 12.
Mit Fotostrecke
