„Kult-Star“ Christine Zehnbauer tot
29.11.2011 - MANNHEIM
(gbu). Sie wurde ungewollt zum Kult-Star der Rhein-Neckar Region: Christine Zehnbauer ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Eigentlich hatte sie nur bei der Polizei angerufen, um sich über die laute Musik aus der Wohnung ihres Nachbarn zu beschweren. Bei ihr seien die Teller von der Wand geflogen, klagt sie aufgeregt. Der Polizist am anderen Ende der Leitung entscheidet sich mit Blick auf ihre Adresse, das Ganze von der humorvoll zu nehmen.
„Wenn ihr nix macht, geh ich niwwer un box’em grad emol in sei dreckisches Maul noi“, erklärt sie dem Ordnungshüter in breitem Kurpfälzer Dialekt. „Hawwe sie die Zäh haus?“ täuscht er Verständnisprobleme vor. „Nä, schlechter Empfang“, klärt sie ihn auf. Bei seiner Frage nach der Nummer ihres „Appartements“ in den berüchtigten Waldhofer „Benzbaracken“ muss sie dann sogar selbst lachen. Drei Jahre später gelangt das mitgeschnittene Gespräch auf nicht geklärte Weise ins Internet. Über das Videoportal YouTube wird es über eine Million Mal angeklickt. Der denkwürdige Dialog wird zum Kult und macht Christine Zehnbauer zum „Star“ in ihrer Heimatregion. Sie erscheint im lokalen Fernsehen und Radio, Schulkinder können die Texte auswendig, in ganz Deutschland lachen Menschen über den derben Charme. Sogar der Privatsender Sat 1 zeigt Interesse an ihren Auftritten, wofür sie einen Exklusivertrag über 10 000 Euro unterschrieben haben soll. Nach einiger Zeit legt sich der Rummel. Letzte Woche starb Christine Zehnbauer völlig unerwartet mit nur 46 Jahren. Unbestätigten Angaben zufolge an einem Herzinfarkt. Sie hinterlässt zwei Töchter.
