Katastrophenschutzübung "Tornado 2008"
ALZEY-WORMS Am Freitag, 18. und Samstag, 19. April, findet im Raum Wöllstein/Gau-Bickelheim/Wörrstadt eine groß angelegte Katastrophenschutzübung mit dem Titel "Tornado 2008" statt. Die WZ sprach darüber mit dem Kreisfeuerwehrinspekteur Harald Kemptner.
Bei Tornado 2008 handelt es sich um eine "Vollübung". Was heißt das und was ist der Anlass dafür? Kemptner: Im Gegensatz zu einer "Stabsrahmenübung", bei der nur Planspiele stattfinden, werden bei einer "Vollübung" tatsächlich Einheiten vor Ort bewegt und eingesetzt. Welches Szenario liegt der Übung zu Grunde? Kemptner: Übungsannahme ist, dass eine Windhose, also ein Tornado von Westen kommend über den Bereich von Wöllstein über Gau-Bickelheim, Wallertheim, Armsheim, Sulzheim bis Wörrstadt hinwegzieht. Schadensbilder werden sein umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, überflutete Keller und der Ausfall der Infrastruktur in Form von Strom-, Wasser- und Telefonleitungen. Hierbei werden auch zumindest verletzte Personen zu versorgen sein. Interview Welches Ziel verfolgt "Tornado 2008"? Kemptner: Vorrangiges Ziel ist die Erprobung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hilfsorganisationen sowie zwischen den verschiedenen Führungsebenen in Form von Informationsaustausch, Lagefeststellung und Einsatzentscheidungen. Hierzu soll auch die technische Kommunikation überprüft werden. Wichtig ist weiterhin die Erprobung der Reservebildung mit Bereitstellungsräumen sowie die personelle Besetzung der einzelnen Führungsebenen. Nicht unerwähnt bleibt die Notwendigkeit der Gewährleistung des Schutzes für den "normalen" tagtäglichen Einsatz. Wer ist an der Großübung beteiligt? Wie viele Fahrzeuge und Menschen werden im Einsatz sein? Kemptner: Beteiligt sind die Führungseinheit des Landkreises als Technische Einsatzleitung, Feuerwehren der Verbandsgemeinde (VG) Wöllstein, der VG Wörrstadt und VG Alzey-Land, der Gefahrstoffzug des Landkreises Alzey-Worms sowie die Wasserförderkomponente Osthofen. Dabei sind auch Führungsstaffeln beziehungsweise Wehrleitungen der nicht betroffenen Gebietskörperschaften des Landkreises, THW-Züge auf Geschäftsführerbereich Bad Kreuznach(zirka zehn technische Züge), Schnelleinsatzgruppen des Sanitätsdienstes (DRK) des Landkreises Alzey-Worms und des Landkreises Mainz-Bingen, Polizei und die Führungseinheit des Landkreises Mainz-Bingen als Übungsbeobachter. Insgesamt wird mit der Teilnahme von zirka 800 Kräften und zirka 120 Fahrzeugen gerechnet. Auf was haben sich die Menschen im Alzeyer Land während der Dauer der Übung einzustellen? Herrscht verkehrstechnisch der "Ausnahmezustand"? Kemptner: Es wird in den einzelnen Ortschaften während der stattfindenden Einzelübungen begrenzte Sperrungen und innerörtliche Umleitungen geben. Die überörtlichen Verkehrswege bleiben frei. Es werden lediglich vermehrt Einsatzfahrzeuge zu sehen sein, allerdings ohne Sondersignal. Besteht die Möglichkeit für interessierte Bürger das Geschehen sozusagen "hautnah" zu beobachten und vor Ort Informationen dazu zu erhalten? Kemptner: Im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsbetreuung findet für eingeladene Gäste eine Rundfahrt statt. Interessierte Bürger vor Ort können sich im Bereitstellungsraum am Lidl-Zentrallager über die Gesamtübung oder an den einzelnen Übungs-Einsatzstellen im Rahmen des ungestörten Übungsablaufs informieren. Das Gespräch führte Thomas Ehlke
