Anklam-Trapp verliert Stimmen
29.03.2011 - ALZEY-WORMS/MAINZ-BINGEN
Von Manfred Janß
ANALYSE Monsheimerin führt deutliche Einbußen bei Landtagswahl auch auf Ereignisse in Japan zurück
Drei der sechs Kandidaten im Wahlkreis 31 haben es in den Landtag geschafft. Die Monsheimerin Kathrin Anklam-Trapp (SPD) verteidigte mit 42,4 Prozent der Stimmen ihr Direktmandat. Der Niersteiner Ortsbürgermeister Thomas Günther (CDU) holte 31,6 Prozent und zog über die Liste ebenfalls wieder in den Landtag ein. Neu im Mainzer Plenum ist Pia Schellhammer (Grüne) aus Oppenheim, die aus dem Stand 15,5 Prozent einfuhr und als Senkrechtstarter in die Landespolitik schoss.
„Grüne haben Nichtwähler mobilisieren können“
Die Grünen sind es denn auch, die Anklam-Trapp für ihre teils deutlichen Stimmenverluste gegenüber der letzten Landtagswahl 2006 als einen der Gründe ausgemacht hat. „Durch die aktuellen Ereignisse in Japan sind diesmal eine ganze Reihe Wähler mobilisiert worden, die sonst nicht zur Wahl gegangen wären. Und die haben ihre Stimme den Grünen gegeben. Das erklärt auch die hohe Wahlbeteiligung“, ist die Monsheimerin sicher. Beispiele gibt es im Wonnegau eine ganze Reihe. So verlor sie etwa in Alsheim fast neun Prozentpunkte bei den Erststimmen, wohingegen die Grünen dort ihren Anteil fast verdreifachten. Auch in Westhofen büßte die SPD-Abgeordnete knapp neun Prozentpunkte ein. Die Grünen schafften in der Seebachgemeinde 13,7 Prozent bei den Erststimmen - dreimal so viel wie 2006. „Die Grünen haben in Westhofen noch nie eine Rolle gespielt“, betont Kathrin Anklam-Trapp.
In Flörsheim-Dalsheim verlor sie etwas über neun Prozent. „Das lag aber wohl am Direktkandidaten für die FWG, Frank Sagadin, der dort zu Hause ist. Klar, dass die meisten ihm ihre Stimme gegeben haben“, begründet sie. In der VG Guntersblum war der Stimmeneinbruch für Anklam-Trapp am empfindlichsten. Dort verlor sie beim VG-Gesamtergebnis bei 36,4 Prozent über zehn Prozentpunkte, während CDU-Konkurrent Günther neun Prozent zulegte und auf 36,7 Prozent kam. „Er hat den Leuten versprochen, er werde dafür sorgen, dass die VG Guntersblum nicht fusionieren muss, wenn sie ihn in den Landtag wählen. Ich bin mal gespannt, wie er dieses Versprechen einlösen will“, meinte die Monsheimerin spürbar angefressen.
Der Niersteiner CDU-Mann sieht das naturgemäß anders. Erstmals habe ein CDU-Kandidat in der VG Guntersblum mehr Erststimmen bekommen als die SPD. Und auch in seiner Heimatgemeinde Nierstein habe die CDU bei Erst- und Zweitstimmen zugelegt, während die SPD verloren habe. „Das hätte ich vorher nicht gedacht“, sagte er gegenüber der WZ. Während die Bürger ihn und seine Arbeit im Norden des Wahlkreises gut kennen, sieht Günther im südlichen Teil des Wahlkreises Nachholbedarf, insbesondere in den Verbandsgemeinden Eich und Monsheim sowie in der Stadt Osthofen. „Ich werde intensiv den Kontakt zu den Themen vor Ort suchen wie Kommunalreform, dem Tourismus und der Windenergie“, verspricht der CDU-Abgeordnete.
Mitnahmeeffekt bei den Zweitstimmen?
Pia Schellhammer kennen im Wonnegau nur wenige, dennoch holte sie durchweg zweistellige Ergebnisse. „Ich habe einen Zweitstimmen-Wahlkampf gemacht, so erklärt sich vielleicht auch der riesige Zulauf an Erststimmen, über den ich mich natürlich unheimlich freue“, gesteht die Grünen-Vorsitzende im Kreis Mainz-Bingen. Sie habe auch für die letzte Bundestagswahl kandidiert, da sei ihr Name dem einen oder anderen vielleicht im Gedächtnis geblieben. In jedem Fall will sie sich nun schnellstmöglich in die Themen im südlichen Wahlkreis einarbeiten.
