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Wormser Zeitung

 

Ein wenig hüftsteif, aber mit Würde: David Byrne in der Alten Oper

15.03.2009 - FRANKFURT

Von Gerd Döring

Er hat sich einmal mit seinen Talking Heads energisch in unsere Köpfe genickt. Wenn David Byrne jetzt mit seinem neuen Album im Gepäck durch Europa tourt, dann sucht er seine Fans in einem fröstelnden Deutschland mit Stationen in Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt, Hannover und Berlin. Die Tour könnte erfolgreicher sein, den Dancefloor-Philosophen von einst kennen viele schon nicht mehr. Dass er aber wieder zurecht da oben auf der Bühne steht, das beweist er mit einer so schmissigen wie ambitionierten Show in der Frankfurter Alten Oper.

Schon in den siebziger und achtziger Jahren hatte Brian Eno die Alben der Talking Heads produziert, gemeinsam inszenierten Byrne und Eno das famose Artrock-Album “My life in the bush of ghosts", und jetzt, mit “Everything that happens will happen today", haben die beiden schrägen Vögel ihre Ideen wieder zusammengeschmissen.

Live allerdings muss Byrne ohne seinen Mastermind Eno auskommen, dafür kann man die Reise durch die Staaten, Kanada, Neuseeland und Europa auf einem eigens eingerichteten Tour-Blog verfolgen (journal.davidbyrne.com), in dem sich Kunst- und Weltbetrachtung abwechseln.
Der polyglotte Byrne ist ja nicht nur Musiker, sondern auch Produzent und Autor, Fotograf und Talentscout.

Die neue Show ist denn auch eine Melange aus Musik, Tanz und Bilderflut. Zwischen Funk und Soul angelehnte Popsongs wechseln sich ab mit typischem Talking-Heads-Material, die Musiker sind fein ausgesucht: Mauro Refosco (Perkussion), Graham Hawthorne (Schlagzeug) Paul Frazier (Bass) und Mark Degli Antoni (Keyboards) ­ eine gediegene Combo, die dem Mann im Zentrum den Anschub liefert.

Mit dem hymnischen “Strange overtones" vom neuen Album beginnt das Konzert, aber es kommt bald viel Vertrautes: “Once in a lifetime", “Cross-eyed & painless³ und “Houses in motion", aber auch Klassiker wie “Take me to the river" und “Burning down the house" ­ fast zwei Dutzend Songs bringt der Schotte ein wenig hüftsteif, aber mit Würde hinter sich, und natürlich ist diese Musik in der Alten Oper ein wenig fehl am Platz.

Tanzen lässt sich's schlecht in den engen Reihen des ehrwürdigen Hauses, aber dafür zeigen die Choreografien auf der Bühne, was sich so alles zur Musik von David Byrne und Brian Eno treiben lässt.

Foto: Rudolf Uhrig

David Byrne in der Frankfurter Alten Oper. Foto: Rudolf Uhrig


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