Geld reicht noch lange nicht
07.09.2010 - BOBSTADT
Von Heiko-Sonnleitner-Seegmüller
KUCHENVERKAUF Elternbeirat des Kindergartens Pater-Maximilian-Kolbe sammelt für Klettergerüst
„Wir hatten eine recht gute Ressonanz“, betonte Magdalena Wenzel. Sie stand zusammen mit Antje Sänger auf dem Parkplatz des Zeitschriften- und Spielwarengeschäfts Blodt. Stellvertretend für den Elternbeirat des Kindergartens Pater-Maximilian-Kolbe verkauften sie Kuchen, damit eine wichtige Anschaffung getätigt werden kann.
Bereits im Frühjahr veranstaltete der Elternbeirat der Kita einen Kuchenverkauf auf dem Parkplatz. Das Geld wurde nicht sofort ausgegeben. Vielmehr flossen die Einnahmen in den gleichen Zweck, für den auch an diesem Wochenende gebacken wurde. „Das Klettergerüst ist abgesperrt“, stellte Wenzel fest. Bereits zu Beginn des Jahres sei festgestellt worden, dass die Bretter morsch waren. Deshalb wurde ein Fachmann beauftragt, einen Kostenvoranschlag für die Reparatur zu erstellen. Nach Besichtigung des Spielgeräts stand fest: Eine Reparatur ist nicht möglich. Außer den äußerlichen Schäden sind auch die Stützbalken verfault und daher nicht mehr belastbar. Aufgrund der hohen Unfallgefahr wurde das Holzgerät schließlich mit Bändern abgesperrt. Seither betrat niemand mehr die potenzielle Unfallquelle - seit über einem dreiviertel Jahr.
Seither ist der Beirat sehr aktiv. Neben dem Kuchenverkauf ist an Weihnachten geplant, einen Marmeladenverkauf zu veranstalten. „Wir tun alles, um Geld zu bekommen“, so Sänger. Ein Antrag beim Träger der Einrichtung, der katholischen Kirche, sei bereits gestellt. Von einer Antwort der Institution, egal ob positiv oder negativ, hat von den Helferinnen bisher niemand etwas gehört. Allerdings sei immer wieder zu hören, dass derzeit einfach kein Geld vorhanden sei. Deshalb sei zu vermuten, dass in den vergangenen Monaten noch keine Antwort in der Kita eingegangen ist.
„Die Kinder sind sehr vernünftig“, wie die Helferinnen betonten. Bisher würde sich der Nachwuchs an die Regel halten, die Absperrung nicht zu überschreiten. Zusätzlich ist immer eine Erzieherin am Gerüst, so dass sie keine Möglichkeit haben, die Stelle zu betreten. Ein Dauerzustand könne das allerdings nicht sein, meint nicht nur der Elternbeirat, sondern auch zwei Passanten. „Am Besten wir haben das Geld so schnell wie möglich zusammen“, war deshalb das Fazit der Kuchenverkäufer.
Bis dahin kann es allerdings noch ein weiter Weg werden, wenn sich vorher kein Sponsor findet. Nachdem das Problem bekannt wurde, stöberten die Eltern in Katalogen und verglichen Preise. „Kindergärten müssen für solche Geräte bestimmte Vorschriften einhalten“, so Sänger. Deshalb wurden Angebote eingeholt. Nun steht fest, dass ein solches Klettergerüst mehrere tausend Euro kostet. Durch die Aktionen seit Jahresbeginn kamen gerade einmal 1 000 Euro in die Kassen, so dass es noch lange Zeit dauern könnte, bis die Gefahr beseitigt wird. Deshalb hoffen die Elternbeiräte auf einen Sponsor für die restlichen Kosten. Und auch kleinere Spenden seien derzeit willkommen. Schließlich gelte es, eine Gefahrenstelle zu beseitigen und damit die Kinder zu schützen.
